Heiko und Carsten beim Dämmen der Heizungsrohre in Heikos Keller
© LEA Hessen / Rundel
DIY Energiespartipp

Heizungsrohre dämmen

So dämmst du deine Heizungsrohre

Ob Heizungsrohre im kalten Keller, Zirkulations- oder Warmwasserleitungen im ganzen Haus: Durch Leitungsdämmung kannst du einfach und schnell viel Energie und bares Geld sparen!

In dieser Folge unserer Do-it-yourself-Reihe zeigt dir YouTuber Carsten Herbert, alias der "Energiesparkommissar", wie du deine Heizungsrohre dämmst und dabei auch Rundungen und Abzweigungen meisterst. Was du durch die Dämmung von Heizungsrohren sparst, rechnet Professor Benjamin Krick vom Passivhaus Institut aus.

Eine ausführliche Anleitung zum Herunterladen findest du am Ende dieser Seite.

Anspruch: einfach

Zeitaufwand: ca. 2,5 Stunden für 10 Meter

ca. 2 Euro pro Meter Dämmung

Die Dämmung reduziert nicht nur die direkten Wärmeverluste am Rohr, sondern auch noch die zusätzlichen Wärmeverluste über den Heizkessel. Der muss nämlich dann nicht mehr so oft aufheizen, um den Warmwasserspeicher wieder zu füllen. Die tatsächliche Einsparung ist dadurch nicht selten das Doppelte bis Dreifache von dem, was direkt durch die Rohrleitung verloren geht.

Portrait Carsten Herbert
Carsten Herbert, "Energiesparkommissar"

Gute Vorbereitung

Zuerst müssen alle Rohre ausgemessen werden, die gedämmt werden sollen. Gedämmt wird am besten alles, was sich warm oder heiß anfühlt. Aber stellenweise ist es auch sinnvoll, die Kaltwasserleitung zu dämmen. Nämlich das Stück Rohr, was zum Warmwasserspeicher führt. Der Grund: Wird über längeren Zeitraum kein warmes Wasser verbraucht, wird auch die Kaltwasserleitung durch die Wärme aus dem Speicher nach und nach richtig heiß. Deshalb auch den ersten halben Meter der Kaltwasserleitung dämmen, der direkt mit dem Speicher verbunden ist.

Beim Messen nicht vergessen, neben der Länge auch die Dicke der Rohre zu bestimmen! Tipp: Eine Dämmschale mehr mitnehmen – du musst immer mit etwas Verschnitt rechnen. Ungenutztes Material kannst du einfach wieder zurückbringen.

Die Einkaufsliste im Überblick:

  • Rohrdämmung, aus Polyethylen (PE) oder Mineralfaser mit Alufolie ummantelt, ggf. in verschiedenen Dicken
  • Je nach gewählter Dämmung Kleber oder Klebeband
  • Kautschuk-Isolierklebeband

Das brauchst du an Werkzeug:

  • Cutter oder Brotmesser
  • ggf. Pinsel (wenn ein Kleber verwendet wird)
  • optional: Gehrungslade um Ecken, T-Stücke und Rundungen einfacher zuzuschneiden

Tipps zum Einkaufen

Material: Rohrdämmung aus Schaumstoff (Polyethylen) ist preiswert und gut zu verarbeiten. Sie ist biegsam und eignet sich daher gut für gebogene Rohre. Für heiße Solarleitungen ist Mineralfaserdämmung mit einer Ummantelung aus Alufolie empfehlenswert. Sie lässt sich allerdings nicht biegen.

Dicke: Oft ist es sinnvoll, Dämmmaterial in verschiedenen Dicken zu kaufen. Für gerade Rohrabschnitte sollte es möglichst dick sein – mindestens den Rohrdurchmesser (100 %), besser mehr! Wenn die Rohre sehr nah an der Wand verlaufen, ist jedoch möglicherweise der Abstand für die 100%ige Dämmung zu klein. Dann nimm für diese Stellen eine 50%ige Dämmung. Du kannst an sehr engen Stellen aber auch ein Stück der Dämmung rausschneiden. Auch für gebogene Rohre lässt sich die dünnere Dämmung einfacher verarbeiten.

Innendurchmesser der Dämmung: Der Innendurchmesser der Dämmung entspricht dem Rohrdurchmesser. Falls es die Dämmung nicht in der benötigten Rohrdicke gibt, nimm eine Nummer größer. Dann beim Anbringen aber darauf achten, alle Anschlüsse luftdicht abzukleben!

Verschluss: Bei manchen Dämmvarianten ist der Verschluss schon integriert. Ansonsten brauchst du noch ein Klebeband für die Mineralfaserdämmung oder einen Kleber für die Schaumstoffdämmung.

Portrait Benjamin Krick

Das sparst Du ...

Das hängt davon ab, wie dick du die Leitungen dämmst, wo die Leitungen laufen, wie groß der Temperaturunterschied zwischen Leitung und Luft ist und natürlich, wie viel Meter du dämmst. Für eine 22 mm dicke Zirkulationsleitung sind es im kalten Keller pro Meter Leitung bei 11 Cent Wärmekosten und 60° Celsius Vorlauftemperatur grob 8 Euro jährlich pro Meter Leitung. Da die Einkaufskosten relativ gering sind, lohnt sich die Maßnahme im Extremfall schon nach wenigen Wochen.

Professor Benjamin Krick, Passivhaus Institut

Do-it-yourself - jetzt geht es los!

Zusammen mit Hausbesitzer Heiko zeigt unser "Energiesparkommissar" Carsten Herbert, wie du Heizungsrohre dämmst und selbst schwierige Stellen wie Bögen, T-Stücke und Ventile meisterst. Ganz unten im Text findest du eine Anleitung zum Ausdrucken.


Schritt für Schritt

Beginne mit dem Ausmessen der Heizungsrohre.
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Schritt 1: Messen

Zuerst müssen alle Rohre ausgemessen werden, die gedämmt werden sollen. Gedämmt wird am besten alles, was sich warm oder heiß anfühlt und der erste halbe Meter Kaltwasserleitung, der zum Warmwasserspeicher führt. Nicht vergessen: neben der Länge auch die Dicke der Rohre bestimmen!

Diese Materialien und Werkzeuge benötigst du, um die Heizungsrohre in deinem Keller zu dämmen.
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Schritt 2: Einkaufen

Im Baumarkt oder im Netz bekommst du alles, was du an Dämmmaterial brauchst. Die komplette Einkaufsliste plus Tipps zum Material siehst du oben im Beitrag.

Schneide nun die Rohrdämmung auf die richtige Länge.
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Schritt 3: Schneiden

Schneide nun die Dämmung auf die jeweils passende Länge der einzelnen Rohr-Abschnitte zu. Manchmal muss die Dämmung auch noch komplett aufgeschlitzt werden, sodass du sie um das Rohr legen kannst.

Nun kann das entsprechende Rohr mit der Dämmung ummantelt werden.
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Schritt 4: Gerade Rohre dämmen

Die geraden Rohr-Abschnitte können nun gedämmt werden. Dafür einfach die Dämmung um das Rohr legen und verschließen. Überall da, wo eine Montageschelle die Rohrleitung festhält, muss man die Dämmung unterbrechen und nach der Schelle wieder neu ansetzen. Um die Schellen kümmern wir uns in einem der nächsten Schritte.

Und so kannst du eine Rohrabzweigung im 90 Grad Winkel dämmen.
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Schritt 5: Kurven dämmen

Leichte Biegungen macht die Schaumstoff-Dämmung mit. Für stärkere Biegungen gibt es zwei Optionen. Wer eine Gehrungslade hat, schneidet damit zwei Stücke Dämmung schräg zu und setzt sie an der Biegung zusammen. Tipp: Vorher mit einem Probestück ausprobieren, ob der Winkel passt! Ohne Gehrungslade einfach in mehreren Schritten Dreiecke beziehungsweise ein „V“ aus dem Schaumstoff ausschneiden. An dieser Stelle kann die Dämmung dann „zusammengefaltet“ werden. Die Schnittkanten beim Anbringen zusammenkleben.

Und so kann ein T-Stück in der Rohrleitung gedämmt werden.
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Schritt 7: T-Stücke dämmen

Etwas kniffliger, aber auch T-Stücke können gedämmt werden! Hierfür an der Abzweigung eine Einkerbung (etwa 45 Grad) in die Dämmung schneiden. Das anschließende Dämmstück spitz zuschneiden, ebenfalls 45 Grad. Mit der Gehrungslade geht das etwas einfacher.

Ventile können ebenfalls mit diesem speziellen Klebeband gedämmt werden.
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Schritt 8: Ventile dämmen

Auch die Rohre an Ventilen können gedämmt werden. Das geht am besten mit einem Isolierklebeband. Einfach um das Ventil herumwickeln, fertig.

Nachdem das Stück an der Schelle eingesetzt wurde, wird es mit Klebeband fixiert.
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Schritt 9: Alles verkleben

Zum Schluss alle Teile der Dämmung gut verkleben, damit keine Luft durch die Dämmung pfeift und so die Wärme wieder verloren geht. Geschafft!


DIY-Anleitungen zum Herunterladen

Die Anleitung für die Heizungsrohrdämmung, weitere DIY-Projekte und Tipps zum Energiesparen jetzt einfach runterladen.

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