Frauke und Carsten beim Dämmen der Dachbodentreppe.
© LEA Hessen / Rundel
DIY Energiespartipp

Dachbodentreppe dämmen

Ungedämmte Dachbodentreppen sorgen für Kamineffekt

Die Ausklapp-Treppe zum Dachboden - ein Klassiker deutscher Baugeschichte. An Dämmung und Dichtung dachte man damals allerdings noch nicht. Und so geht viel Wärme über die Dachbodentreppe verloren.

In dieser Folge unserer Do-it-yourself-Reihe zeigt dir YouTuber Carsten Herbert, alias der "Energiesparkommissar", wie sich eine ausklappbare Dachtreppe ganz einfach dämmen und abdichten lässt. Er hat außerdem Tipps zu Dämmmaterialien, dem passenden Kleber und Dichtungsprofilen. Was du durch die Dämmung sparst, rechnet Professor Benjamin Krick vom Passivhaus Institut aus. Ganz unten im Artikel bekommst du eine Anleitung zum ausdrucken. 

Anspruch: einfach

Zeitaufwand: ca. 90 Minuten

Kosten: unter 100 Euro

Die Dachbodentreppe trennt das warme Obergeschoss vom kalten Dachgeschoss nur durch eine dünne Holzplatte. Durch die Fugen kann die Luft relativ leicht und in großen Mengen nach oben verschwinden. Und mit der Luft auch die in ihr gespeicherte Wärme. Das ist der sogenannte Kamineffekt.

Portrait Carsten Herbert
Carsten Herbert, "Energiesparkommissar"

Gute Vorbereitung

Vor dem Einkaufen der Materialien muss die Bodenklappe ausgemessen werden (am besten zu zweit). Dann weißt du, wie groß die Dämmung sein muss. Für die passende Dicke einfach den Abstand zwischen der Treppe und der Bodenplatte messen. In der Regel reichen fünf Zentimeter – mehr passt meist nicht zwischen Treppe und Platte. Tipp: Lieber eine Dämmplatte zu viel als zu wenig kaufen, Kassenzettel aufheben und unbenötigte Ware wieder zurückbringen.

Die Einkaufsliste im Überblick:

  • Polystyrol-Platten (EPS-Platten), Polyurethan- oder Resolhartschaum-Dämmung
  • Doppelseitiges Klebeband, Bau-Montagekleber oder Styroporkleber für EPS-Platten
  • Fugenbänder

Das brauchst du an Werkzeug: 

  • Maßband oder Zollstock
  • Handbesen und altes Tuch zum Saubermachen
  • Cutter oder scharfes Messer
  • Bleistift
  • lange Wasserwaage oder gerade Holzleiste zum Vorzeichnen

Tipps zum Einkaufen

Dämmmaterial: Achte bei der Wahl des Dämmmaterials auf eine einfache Verarbeitung. Herkömmlichen Polystyrol-Platten (EPS) lassen sich vergleichsweise einfach schneiden und sind in jedem Baumarkt erhältlich. Eine Polyurethan- oder Resolhartschaum-Dämmung hat eine etwas bessere Dämmwirkung und eignet sich besonders dann, wenn zwischen Platte und Treppe nur ganz wenig Platz ist. Diese sind in bestimmten Baumärkten oder online erhältlich.   

Kleber: Bau-Montagekleber ist universell für alle genannten Dämmplatten einsetzbar und haftet auf den unterschiedlichsten Untergründen. Außerdem gibt es ihn auch in kleineren Verpackungseinheiten. Für EPS-Platten kannst du auch Styroporkleber nehmen.

Dichtung: Bei der Dichtung kommt es auf die Größe der Fuge, beziehungsweise auf die Dicke des Luftspalts zwischen der Klappe und dem Rahmen an. Ist die Fuge auf allen Seiten ungefähr gleich groß, eignet sich ein Fugenband mit Hohlkörperprofil. Das gibt es in unterschiedlichen Fugenbreiten. Bei unregelmäßigen Fugen sind Bänder aus Schaumstoff besser geeignet. Sie passen sich den unterschiedlichen Dicken an. Der Tipp vom Energiesparkommissar: „Jede Fugenverkleinerung hilft, auch wenn das Band am Ende nicht hundertprozentig passt.“

Portrait Benjamin Krick

Das sparst du ...

"Durch den Einbau einer Dämmung spart man etwa Dreiviertel der Wärme, die zuvor durch die ungedämmte Dachbodenplatte entwich. Und da ist die verbesserte Luftdichtigkeit durch die neue Dichtung noch gar nicht eingerechnet. Das spart natürlich auch bares Geld. Nach unseren Berechnungen hat man schon im zweiten Jahr in etwa die Materialkosten wieder raus. Das ist also eine Maßnahme, die wenig Arbeit macht, leicht von der Hand geht und sich wirklich lohnt."

Professor Benjamin Krick, Passivhaus Institut

Do it yourself – jetzt geht es los ...

Zusammen mit unserer Kollegin Frauke zeigt "Energiesparkommissar" Carsten Herbert, wie du deine Dachbodentreppe ruck-zuck dämmst und isolierst. Weiter unten findest du eine Step-by-Step-Anleitung und ganz unten ein PDF zum ausdrucken. 

DIY Energiesparen: Dachbodentreppe dämmen


Schritt für Schritt

Es ist wichtig, das die Treppe und die Klappe gut gesäubert werden, damit die Dämmung später gut darauf hält.
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Schritt 1: Sauber machen

Luke von Staub und Spinnenweben befreien, damit der Kleber später hält.

Vom Dachboden aus musst du nun anzeichen, wo genau die Dämmung verklebt werden kann, damit die Klappe später noch zu geht.
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Schritt 2: Dachbodenluke innen messen

Wie groß muss die Dämmung sein? Das misst man am besten zu zweit. Einer steigt die Leiter nach oben, der andere klappt die Leiter zu und schließt die Dachbodenluke. Dann von innen mit dem Bleistift am Rahmen entlangfahren und somit die Größe der Luke auf die Platte zeichnen. Achte bitte auf ausreichend Licht, Platz und einen sicheren Stand.

Nun musst du die Höhe und Breite deiner Dachbodenklappe messen, auf welcher die Treppe befestigt ist.
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Schritt 3: Dämmmaterialgröße messen

Dann öffnet (hoffentlich) dein Partner wieder die Luke. Unten einfach den mit Bleistift angezeichneten Rahmen ausmessen. Das sind die Maße, die du für deine Dämmung brauchst. Außerdem den Abstand von der Treppe zur Platte messen sowie die Dicke der Fugen, wenn die Treppe geschlossen ist.

Diese Utensilien benötigst du für die Dämmung deiner Dachbodentreppe.
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Schritt 4: Einkaufen

Im Baumarkt oder im Netz bekommst du alles, was du an Material und Werkzeug brauchst. Die komplette Einkaufsliste siehst du oben im Beitrag.

Schneide nun die Dämmplatten in der richtigen Größe zu.
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Schritt 5: Dämmung zuschneiden

Die Dämmplatte am besten längs auf einen Tischrand legen. Der abzuschneidende Teil ragt über die Tischkante hinaus. Dann mit dem Cutter oder einem Brotmesser auf die ausgemessene Größe zuschneiden.

Die Dämmung wird nun für den Zuschnitt in der richtigen Größe markiert.
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Schritt 6: Aussparungen schneiden

Die Tücke beim Dämmen sind die Befestigungsteile der Leiter auf der Lukenplatte. Dafür wird die Dämmplatte in mehrere Teile zerschnitten. Halte die große Platte vor die Luke und schaue, wie du die Platten zerschneiden musst, um sie später zwischen Leiter und Lukenplatte zu schieben. Am besten die Befestigungspunkte der Leiter abmessen und dann die Maße auf die Dämmplatte übertragen. Auf dem nächsten Bild wird es noch verständlicher ...

Die Dämmplatten werden nun mit der Klappe verklebt.
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Schritt 7: Dämmplatten testen

Die einzelnen Stücke der Dämmplatte unter die Leiter schieben, Leiter einfahren und Luke schließen. Geht die Luke zu, hast du alles richtig gemessen. Wenn es noch irgendwo klemmt, musst du nacharbeiten.

Der Kleber wird nun auf der Treppe und den Dämmplatten verteilt.
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Schritt 8: kleben

Wenn alles passt, kannst du den Kleber auf den Dämmplatten und der Luke verteilen. Tipp: Manchmal lassen sich die Elemente nur in einer bestimmten Reihenfolge anbringen – die solltest du beim Anbringen einhalten. Achte beim Ankleben auf den mit Bleistift gezogenen Rahmen.  

Bevor das Dichtungsband angebracht wird, sollte der Rand der Klappe abgewischt werden.
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Schritt 9: Rand für Dichtung säubern

Nach der Dämmung kommt die Dichtung an die Reihe. Die Fläche für die Dichtung muss staubfrei und eben sein. Tipp: Die Dichtung an der ausklappbaren Luke und nicht am Rahmen befestigen. So reißt sie nicht so schnell ab, wenn die Klappe geöffnet wird. Einfach mit einem Tuch die Kanten säubern. Ausgefranste Kanten können mit Montagekleber und einem Spachtel geglättet werden.

Nun kann das Dichtungsband am äußeren Rand der Klappe angebracht werden.
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Schritt 10: Dichtung anbringen

Von links nach rechts, von oben nach unten: Klebe das Dichtungsband entlang der vier Kanten fest. Klebe nicht ein Band rundherum fest, sondern ein Streifen pro Seite. Das geht leichter. Jetzt ist es geschafft: Treppe zu, Dachluke dicht. Glückwunsch! Ab jetzt sparst du!

DIY-Anleitungen zum Download

Die Anleitung für die Dämmung der Dachbodentreppe, weitere DIY-Projekte und Tipps zum Energiesparen jetzt einfach runterladen.

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