Heiko und Carsten beim Dämmen der Heizungsrohre in Heikos Keller
© LEA Hessen / Rundel
DIY-Energiespartipp: Heizungsrohre dämmen

Kinderleicht und mit wenig Werkzeug

So dämmst Du Deine Heizungsrohre

Ob Heizungsrohre im kalten Keller, Zirkulations- oder Warmwasserleitungen im ganzen Haus: Durch Leitungsdämmung kannst du einfach und schnell viel Energie und bares Geld sparen!

Sieht es in deinem Keller so aus wie auf dem Bild? Dann lohnt es  sich, etwas zu tun. Denn die Leitungen direkt am grünen Wasserspeicher im Hintergrund sind immer warm. Hier geht viel wertvolle  Wärme verloren, die ungewollt den Keller aufheizt. Und auch die Leitungen links und rechts der Wasseruhr verlieren viel Wärme. Wir zeigen dir, wie du sie einfach und schnell dämmen kannst.

DIY Heizungskeller
© LAYOUTBILD

Anspruch: einfach

ca. Zeitaufwand: XY Min für XY Meter

ca. XY Euro pro Meter

"Wärme erzeugen und sie dann nicht nutzen, ist ziemlich bescheuert, oder? Aber genau das passiert in den allermeisten Heizungskellern. Denn in vielen Fällen sind die Rohre für Heizung und Warmwasser nur teilweise, schlecht oder gar nicht gedämmt. Dabei steht genau das in der Heizanlagenverordnung aus dem Jahr 1978: Rohrleitungen für Heizung und Warmwasser sind zu dämmen, um deren Wärmeverluste zu reduzieren. Das bedeutet, dass bei sämtlichen Rohrleitungen von Heizungen, die nach 1978 eingebaut wurden, die Leitungen eigentlich vollständig und lückenlos gedämmt sein müssten. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Und das kostet Euch viel Energie."

Portrait Carsten Herbert
Carsten Herbert, Energiesparkommissar

Der kleine Einkaufsratgeber

Bevor Du im Internet oder Baumarkt auf Einkaufstour gehst, musst du wissen, wieviel Meter Rohr du dämmen musst. Miss mit einem Maßstab oder einem Maßband die Länge der Rohre die du dämmen möchtest. Dämme am besten alles, was sich warm oder heiß anfühlt. Miss auch die Dicken der Rohre. Am besten mit einer Schieblehre. Ein Meter-Maßstab oder ein Maßband
tut es aber auch. Notiere alle Rohrlängen und Rohrdurchmesser.

Rohrdämmung: Wir haben uns für eine Dämmung aus Polyethylen (PE) entschieden. Aus diesem Material sind z.B. auch Getränkeflaschen. PE ist preiswert und gut zu verarbeiten. Du kannst aber  auch zum Beispiel Mineralfaserdämmung mit einer Ummantelung aus Alufolie verwenden. Die ist besonders für heiße Solarleitungen empfehlenswert aber relativ starr. Sollte es die Dämmung nicht in der benötigten Rohrdicke  geben, kaufe sie eine Stufe größer. Bitte klebe dann später alle Anschlüsse luftdicht ab, damit keine warme Luft zwischen Dämmung und Rohr hindurchwehen und die Wärme mitnehmen kann. Die Dämmung sollte möglichst dick sein. Wir empfehlen mindestens den Rohrdurchmesser, besser mehr. 

Beispiel: Ist der Rohrdurchmesser 20 mm, sollte die Dämmung ebenfalls mindestens 20 mm auf jeder Seite stark sein. Insgesamt kommst du dann auf einen Durchmesser von 60 mm: 20 mm Dämmung plus 20 mm Rohr plus 20 mm Dämmung. 

Wenn die Rohre eng verlegt sind, ist vielleicht nicht genug Platz.  Dann kannst du auch niedrigere Dämmstärken nehmen, die Dämmung seitlich passend schneiden oder mehrere Rohre gemeinsam mit einer Dämmmatte umwickeln. Das ist auf jeden Fall besser als nichts. 

Im Sortiment findest du Rohrdämmungen mit und ohne Klebe-Strip: Die mit Strip kosten rund einen Euro mehr. Wenn du die günstigeren kaufst, brauchst du noch einen Kleber.  

Kleber: Meist befindet der sich im Baumarkt direkt neben den Dämmungen oder wird im Warenkorb im Internet empfohlen. 

Isolierklebeband: Ein 3-Millimeter-Isolierklebeband verschließt die Öffnungen zwischen den Dämmstücken und hilft vor allem dort, wo du keine Rohrdämmungen anbringen kannst. 

Gehrungslade: Eine spezielle Gehrungslade zum Schneiden von Rohrdämmungen erleichtert den Schnitt von Bögen und T-Stücken und kostet etwa 10 bis 15 Euro.  PE-Dämmung für normale Heizungsrohre, 

Die Einkaufsliste im Überblick:

  • Rohr-Dämmungen aus PE oder Mineralfasern entsprechend deiner Längen- und Durchmessermessung plus zehn Prozent Verschnitt
  • Kleber, wenn du Dämmschalen ohne Klebestrip wählst
  • Isolierklebeband
  • Gehrungslade für Rohrdämmungen

Werkzeug: 

  • Messer zum Schneiden der Rohrdämmungen (wir haben ein Brotmesser genutzt)
  • Pinsel zum Auftragen des Klebers

Es macht Sinn, mindestens ein Stück der Kaltwasserleitung ebenfalls zu dämmen. Der Grund: Die Kaltwasserleitung heißt zwar so, ist aber nur so lange kalt, wie irgendwo im Haus warmes Wasser entnommen wird. Die Wärme entsteht, weil bei der Entnahme von Warmwasser aus dem Speicher Kaltwasser entnommen wird . Ist das aber über einen längeren Zeitraum nicht der Fall, dann wird auch die Kaltwasserleitung durch die Wärme aus dem Speicher nach und nach richtig heiß. Und deshalb ist es sinnvoll sogar die Kaltwasserleitung zu dämmen, zumindest den ersten halben Meter bis Meter, der direkt mit dem Speicher verbunden ist.

Step by Step

Portrait Benjamin Krick

"Wieviel Sie sparen können, hängt von der Heizanlage ab und wieviel Meter Sie gedämmt haben. Klar ist aber: Die Rohrleitungsdämmung lohnt sich auf jeden Fall. Bei der Dämmung von Heizungsleitungen einer alten Heizanlage rentiert sich der Kauf der Dämmung schon in der ersten Hälfte der ersten Heizsaison. Bei neueren Anlagen mit niedrigerer Temperatur dauert es ein paar Wochen länger.
Und bei immer warmen Warmwasserleitungen reden wir im Extremfall über etwa fünf Wochen "Payback-Time". Selbst bei schlau gesteuerten Anlagen wird es nicht über ein Jahr werden."

Professor Benjamin Krick, Passivhausinstitut