Collage des Hauses.
© LEA Hessen
Passivhaus im Bestand

Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung

Das Gebäude wird nach der Modernisierung durch den Einsatz einer Photovoltaikanlage mindestens genauso viel Energie erzeugen, wie verbrauchen. Voraussetzung dafür ist der sehr geringe Heizwärmeverbrauch.

Das Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung von 1965 hatte vor der Modernisierung eine sehr schlechte energetische Qualität. Mit der Modernisierung wurde der Wärmeverbrauch von rund 260 kWh/(m²a) auf gemessene 17 kWh/(m²a) gesenkt. Entsprechend wird eine Kosteneinsparung für Heizwärme von ca. 90 % erzielt.

Baujahr 1965, beheizte Wohnfläche 287 m2

Hessische Förderung: rund 20.300 €

Ort: Darmstadt

Jahr der Modernisierung: 2020 - 2021

Dreistöckiges Wohnhaus mit Solarmodulen auf dem Dach und Terrasse mit Stufen zu einem Rasen.
© LEA Hessen

Die energetische Modernisierung

Durch die Anwendung passivhaustauglicher Bauelemente wurde der Heizwärmeverbrauch signifikant gesenkt. Die Verbrauchserfassung zeigt für die Heizperiode 2022/2023 sehr niedrige gemessene Werte:

  • Gesamter Heizwärmeverbrauch: rund 5.000 kWh
  • spezifischer Heizwärmeverbrauch: rund 17 kWh/(m²a)

Die hocheffiziente Modernisierung wurde erreicht durch

  • einen sehr guten Wärmeschutz aller wärmeübertragenden Bauteile (Gebäudehülle),
  • stark reduzierte Wärmebrücken,
  • eine hohe Luftdichtheit des Gebäudes, die mit einem niedrigen Wert in Höhe von 0,93 Luftwechsel pro Stunde nachgewiesen wurde,
  • den Einsatz einer zentralen Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (Effektiver Wärmebereitstellungsgrad: 83 %).
  • den Einsatz einer Sole-/Wasser-Wärmepumpe. Diese war nicht Bestandteil der Hessischen Förderung, sie trägt aber durch die sehr gute Effizienz (JAZ 5,5) dazu bei, dass für die Gebäudebeheizung nur rund 900 kWh pro Jahr elektrische Energie erforderlich sind.

Bauteil

Wärmedämmung

Außenwand

Polystyrol (22 cm, Kelleraußenwand 18 cm)

Dach

Zwischensparrendämmung aus Holzweichfaser (22 cm);
Dämmung auf den Sparren mit Holzweichfaser (10 cm)

Bodenplatte

Polyurethan (5 cm)

Fenster

Dreifachverglasung
UW-Wert = 0,85 W/(m²K)

Schritt für Schritt - So lief die Modernisierung ab

Nach der Planung wurde der Förderantrag beim Land Hessen gestellt. Im Anschluss an die Erteilung des Förderbescheids wurden die Gewerke beauftragt und das Projekt umgesetzt. Mit der Fertigstellung wird der Endenergieverbrauch für die Gebäudebeheizung für mindestens zwei Jahre messtechnisch erfasst.

  • 2019: Beginn der Planung
  • 5/2020: Antrag auf Förderung
  • 8/2020: Förderbescheid
  • 8/2020: Baubeginn
  • 5/2021: Gebäude-Fertigstellung und Beginn der Verbrauchsmessung

Die Förderung

Das Modernisierungsvorhaben wurde vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen über den Förderschwerpunkt „Modernisierung zum Passivhaus im Bestand" mit einer Summe von rund 20.300,00 Euro gefördert. Bei der Förderung fanden nachfolgende heizwärmerelevanten Bauteile und technischen Anlagen Berücksichtigung.

Geförderte Maßnahmen:

  • Baulicher Wärmeschutz (Außenwand, Fenster und Türen)
  • Technische Gebäudeausrüstung (zentrale Lüftungsanlage)
  • Sonstige Mehrausgaben (Luftdichtheitstest, Messeinrichtungen, Planungsmehrausgaben)

Die Dach- und Bodenplattendämmung wurde in Eigenleistung durchgeführt, weshalb diese Maßnahmen bei der Förderung unberücksichtigt geblieben sind.

Die Modernisierung im Bild

Einfamilienhaus, eingerüstet für Außendämmungsarbeiten.
© LEA Hessen

Außenwanddämmung

Lückenlose Dämmung der Außenwand mit Ausschäumen von Fugen größer 3 mm. Die Bauteilanschlüsse werden stark wärmebrückenreduziert ausgeführt

Gedämmtes Rollladensystem und eingebaute Fenster an einem sanierten Wohnhaus.
© LEA Hessen

Aufsatzrollläden und Fenstereinbauebene

Gedämmte Rollladensysteme wurden wärmebrückenoptimiert in die Dämmebene eingesetzt. Fenster wurden mit der Außenwand bündig eingebaut, wodurch die Einbauwärmebrücken reduziert wurden. Eine Versetzung vor die Wand in die Dämmebene hätte zu einer Optimierung der Wärmebrücken des Fensteranschlusses geführt. Dadurch wäre der Energieverbrauch zusätzlich verringert worden.

Grauer Lüftungskasten an einer Wand mit zwei Zuleitungsrohren und einem roten Streifen.
© LEA

Lüftungsanlage mit Wärme- und Feuchterückgewinnung

Die Lüftungsanlage ist in einem frostsicheren Raum im Kellergeschoss untergebracht. Die Luftkanäle sind gedämmt (50 mm) und durch geringe Längen bis zum Ventil an der Außenwand gekennzeichnet. Die effektive Wärmerückgewinnung einschließlich aller Verluste im Gerät und den Leitungen beträgt rund 83 %.

Gedämmte Kelleraußenwand und Bodenplatte.
© LEA Hessen

Perimeterdämmung

Die Kelleraußenwand und die Bodenplatte wurden zur Reduzierung von Wärmeverlusten gedämmt. Insbesondere im Bereich der Flächen, die an Außenluft grenzen, werden dadurch Wärmeverluste erheblich vermieden.

Energieberatung

Dipl.-lng. Enikö Sariri-Baffia

Energie Planer Team
Ringstraße 26
64342 Seeheim-Jugenheim

06151-3965787

Architektur

Dipl.-Ing. (FH) Architekt Florian Seitz, Freier Architekt

Rheinstraße 28
64283 Darmstadt

06151-6061288

Begleitung

LEA LandesEnergieAgentur Hessen

Wettinerstraße 3
65189 Wiesbaden

0611-950178400