Collage des Gebäudes.
Passivhaus im Bestand

Kleines Mehrfamilienhaus in Büttelborn

Das vermietete Gebäude des privaten Eigentümers eignete sich durch seine einfache Form sehr für die umfassende hocheffiziente Modernisierung.

Das Mehrfamilienhaus mit vier Wohnungen von 1979 hatte vor der Modernisierung eine sehr schlechte energetische Qualität. Mit der Modernisierung wurde der Wärmeverbrauch von rund 250 kWh/(m²a) auf gemessene 31 kWh/(m²a) gesenkt. Entsprechend wird eine Kosteneinsparung für Heizwärme von ca. 85 % erzielt.

Baujahr: 1979, beheizte Wohnfläche: 422 m²

Hessische Förderung: rund 31.600,00 €

Ort: Büttelborn

Jahr der Modernisierung: 2018 - 2020

Die energetische Modernisierung

Durch die Anwendung passivhaustauglicher Bauelemente wurde der Heizwärmeverbrauch deutlich gesenkt. Die Verbrauchserfassung zeigt für die Heizperiode 2022/2023 niedrige gemessene Werte:

  • Gesamter Heizwärmeverbrauch: rund 13.250 kWh pro Jahr
  • spezifischer Heizwärmeverbrauch: rund 31 kWh/(m²a)

Die hocheffiziente Modernisierung wurde erreicht durch

  • einen sehr guten Wärmeschutz aller wärmeübertragenden Bauteile (Gebäudehülle),

Bauteil

Wärmedämmung

Außenwand

Polystyrol (26 cm, Kelleraußenwand 30 cm)

Dach

Unter- und Zwischensparrendämmung aus Mineralfaser (2 x 24 cm)

Bodenplatte

Polyurethan (4 cm)

Fenster

Dreifachverglasung
UW-Wert = durchschnittlich 0,76 W/(m²K)

  • stark reduzierte Wärmebrücken,
  • eine hohe Luftdichtheit des Gebäudes, die mit einem niedrigen Wert in Höhe von 0,61 Luftwechsel pro Stunde nachgewiesen wurde,
  • den Einsatz wohnungsweiser Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (Effektiver Wärmebereitstellungsgrad: 75 %),
  • den Austausch der Gasheizung gegen eine neue effizientere Gas-Brennwertanlage. Diese war nicht Bestandteil der Hessischen Förderung.

Schritt für Schritt

Nach der Planung wurde der Förderantrag beim Land Hessen gestellt. Im Anschluss an die Erteilung des Förderbescheids wurden die Gewerke beauftragt und das Projekt umgesetzt. Mit der Fertigstellung wird der Endenergieverbrauch für die Gebäudebeheizung für mindestens zwei Jahre messtechnisch erfasst.

  • 05/2018: Beginn der Planung
  • 10/2018: Antrag auf Förderung
  • 02/2019: Förderbescheid
  • 02/2019: Baubeginn
  • 11/2019: Gebäude-Fertigstellung und Beginn der Verbrauchsmessung

Die Förderung

Das Modernisierungsvorhaben wurde vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen über den Förderschwerpunkt „Modernisierung zum Passivhaus im Bestand" mit einer Summe von rund 31.600,00 Euro gefördert. Bei der Förderung fanden nachfolgende heizwärmerelevanten Bauteile und technischen Anlagen Berücksichtigung.

Geförderte Maßnahmen:

  • Baulicher Wärmeschutz (Außenwand, flach geneigtes Dach, Bodenplatte, Fenster und Haustüre)
  • Technische Gebäudeausrüstung (wohnungsweise Lüftungsanlagen)
  • Sonstige Mehrausgaben (Luftdichtheitstest, Messeinrichtungen, Planungsmehrausgaben)
Oberer thermischer Gebäudeabschluss.
© LEA Hessen

Oberer thermischer Gebäudeabschluss

Auf dem Flachdach wurde eine neue Dachkonstruktion aufgesetzt. Dadurch entstand ein flach geneigtes Pultdach. Die Dämmung wurde zwischen und unter den Sparren mit Mineralfaser aufgebracht. Die Dachneigung sorgt für eine effektive Entwässerung.

Außenwand des Gebäudes.
© LEA Hessen

Flächige Außenwanddämmung

Die Dämmblöcke aus Polystyrol wurden lückenlos aneinandergestoßen. Fugen wurden mit Bauschaum geschlossen und anschließend mit Armierungsgewebe überputzt.

Bilder der Balkone und Gebäudeform.
© LEA Hessen

Balkone und Gebäudeform

Die ehemaligen Balkone wurden durch eine geringfügige Gebäudeerweiterung in die beheizte Hülle integriert. Dadurch wurden die Wärmebrücken der auskragenden Bauteile verringert und die Gebäudeform energetisch optimiert.

Bilder der Lüftungsanlage.
© LEA Hessen

Wohnungsweise Lüftungsanlage

Die Zentralgeräte der wohnungsweisen Lüftungsanlagen wurden in den abgehängten Decken untergebracht. Die Rohrleitungen für die Be- und Entlüftung wurden verkleidet.

Garage des Gebäudes.
© LEA Hessen

Angrenzende Garage

Weil die Garage direkt an den beheizten Wohnbereich grenzt, wurde die Garageninnenwand mit Hochleistungsdämmstoff gedämmt. Der Effekt eines hohen Wärmeschutzes wird durch geringere Dämmstoffstärken ermöglicht.

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