Collage des Gebäudes.
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Passivhaus im Bestand

Einfamilienhaus in Eberstadt

Das Gebäude der Familie G. mit Bruchsteinsockel und Ziegelmauerwerk wurde im unbewohnten Zustand in ein modernes hocheffizientes Gebäude modernisiert.

Das Einfamilienhaus von 1928 hatte vor der Modernisierung eine sehr schlechte energetische Qualität. Gemäß der Typologie haben Gebäude dieses Baujahres einen Verbrauch für die Heizwärmeerzeugung in Höhe von rund 178 kWh/a. Mit der Modernisierung wurde der Wärmeverbrauch auf gemessene 25 kWh/(m²a) gesenkt. Entsprechend wird eine Kosteneinsparung für Heizwärme von ca. 85 % erzielt.

Baujahr: 1928, beheizte Wohnfläche: 244 m²

Hessische Förderung: rund 19.100 €

Ort: Darmstadt-Eberstadt

Jahr der Modernisierung: 2014 - 2016

Die energetische Modernisierung

Durch die Anwendung passivhaustauglicher Bauelemente wurde der Heizwärmeverbrauch deutlich gesenkt. Die Verbrauchserfassung zeigt für die Heizperiode 2022/2023 niedrige gemessene witterungsbereinigte Werte:

  • Gesamter Heizwärmeverbrauch: rund 6.044 kWh pro Jahr
  • spezifischer Heizwärmeverbrauch: rund 25 kWh/(m²a)

Die hocheffiziente Modernisierung wurde erreicht durch

  • einen sehr guten Wärmeschutz aller wärmeübertragenden Bauteile (Gebäudehülle),

Bauteil

Wärmedämmung

Außenwand

Polystyrol (28 cm), auch Kelleraußenwand)

Dach

Auf- und Zwischensparrendämmung aus Mineralfaser (24 + 14 cm)

Bodenplatte

Polystyrol (12 cm) zwischen den Fundamenten

Fenster

Dreifachverglasung
UW-Wert = durchschnittlich 0,87 W/(m²K)

  • stark reduzierte Wärmebrücken,
  • eine hohe Luftdichtheit des Gebäudes, die mit einem niedrigen Wert in Höhe von 0,9 Luftwechsel pro Stunde nachgewiesen wurde,
  • den Einsatz wohnungsweiser Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung (Effektiver Wärmebereitstellungsgrad: 84 %),
  • den Austausch der Gasheizung gegen eine moderne Luft-Wasser-Wärmepumpe zur Beheizung und Trinkwassererwärmung. Diese war nicht Bestandteil der Hessischen Förderung.

Schritt für Schritt

Nach der Planung wurde der Förderantrag beim Land Hessen gestellt. Im Anschluss an die Erteilung des Förderbescheids wurden die Gewerke beauftragt und das Projekt umgesetzt. Mit der Fertigstellung wird der Endenergieverbrauch für die Gebäudebeheizung für mindestens zwei Jahre messtechnisch erfasst.

  • 2014: Beginn der Planung
  • 12/2014: Antrag auf Förderung
  • 06/2015: Förderbescheid
  • 06/2015: Baubeginn
  • 12/2016: Erstbezug und Beginn der Verbrauchsmessung

Die Förderung

Das Modernisierungsvorhaben wurde vom damaligen Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (heute Wohnen) über den Förderschwerpunkt „Modernisierung zum Passivhaus im Bestand" mit einer Summe von rund 19.100,00 Euro gefördert. Bei der Förderung fanden nachfolgende heizwärmerelevanten Bauteile und technischen Anlagen Berücksichtigung.

Geförderte Maßnahmen:

  • Baulicher Wärmeschutz (Außenwand, geneigtes Dach, Bodenplatte, Fenster und Haustüre)
  • Technische Gebäudeausrüstung (zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung)
  • Sonstige Mehrausgaben (Luftdichtheitstest, Planungsmehrausgaben)
Fenstereinbau.
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Energieoptimierter Fenstereinbau

Die neuen dreifachverglasten Kunststofffenster mit Wärmeschutzverglasung und sehr gut gedämmten Rahmen wurden mit Metallwinkeln vor das Mauerwerk geschraubt. Dadurch werden Wärmeverluste erheblich verringert.

Dachaufbau Teil1.
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Dachaufbau Teil 2.
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Dachaufbau Teil 3.
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Dachaufbau- und Dämmung

Das Steildach wurde abgebrochen und durch ein neues Sparrendach ersetzt. Dadurch konnten hohe Dämmstoffdicken verbaut werden. Durch die Zwischen- und Aufdachdämmung werden Wärmeverluste über die Sparren verringert. Zudem konnten durch den neuen Aufbau die Dachanschlüsse an die Außenwand energieoptimiert ausgeführt werden.

Bruchsteinsockel
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Dämmung der Fugen.
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Dämmung unebener Außenwand

Im Fall der unebenen Außenwand (Ziegel, Bruchstein) ist eine absolut lückenlose Verlegung der Dämmplatten kaum möglich. Bei einer Altbaumodernisierung führen hohe Dämmstoffdicken zu keilförmigen Lücken zwischen den Platten. Diese müssen nach Anbringen der Dämmblöcke verfüllt werden. Dadurch werden Wärmeverluste und Risse im Putz vermieden.

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