Zwei junge Frauen trinken einen Glühwein auf einem Weihnachtsmarkt
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Weihnachtsmärkte

Lasst uns froh und sparsam sein

Es weihnachtet bald und in Zeiten wie diesen brauchen wir mehr denn je den Geruch von gebrannten Mandeln, Glühwein und kandierten Äpfeln. Und wenn wir alle ein wenig Energie sparen, können wir auch ein gutes Gewissen haben.   

Der Besuch von Weihnachtsmärkten ist mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. Die besondere Beleuchtung und das Beheizen der Verkaufsstände verbraucht mehr Energie als gastronomische Angebote in Innenräumen. Das ist seit vielen Jahren bekannt und einige Weihnachtsmärkte haben schon vor Jahren auf LED-Beleuchtung und Ökostrom umgestellt. Gut so, denn wenn Strom aus erneuerbaren Energien stammt, braucht es kein Gas für die Verstromung. Aber wir haben längst nicht alle Potentiale ausgeschöpft.

Wussten Sie, dass bei größeren Weihnachtsmärkten Energieverbräuche von mehr als einer Millionen Kilowattstunden nicht selten sind? Die größten Energieverbraucher bei Weihnachtsmärkten sind die Beleuchtung, die Beheizung der Verkaufsstände und die Getränkeerhitzer. Durch die steigenden Energiepreise kommt es zu hohen Stromkosten, die uns alle treffen: Gewerbetreibende, Vereine, die Stände betreiben, sowie uns Bürgerinnen und Bürger. Doch durch oft kleine Energiesparmaßnahmen sind erhebliche Kostensenkungen möglich. Wir haben für Sie einige Tipps zusammengestellt.

McGovern
Dr. Karsten McGovern, Geschäftsführer der LEA Hessen.

Tipps für Gewerbe und Vereine

Kühlgeräte

  • Verwenden Sie energieeffiziente Lebensmittelkühlanlagen. Bei Neuanschaffungen sollten Sie auf Effizienzklasse A achten. 
  • Kühlgeräte bitte nicht neben Wärmequellen aufstellen und Abluftgitter freihalten.
  • Stellen Sie Kühlschränke nicht unnötig kälter als sieben Grad, Gefrierschränke nicht unter minus 18 Grad ein. 
  • Türen von Kühlgeräten immer schnell wieder schließen.
  • Show-Kühlschränke mit Glasscheiben vermeiden, sie benötigen mehr Energie. 

Kochen, backen, spülen

  • Erwärmen Sie Getränke nur mit Deckel auf dem Topf.
  • Verwenden Sie möglichst energieeffiziente Glühweinkocher. 
  • Die Ofentür während des Backvorgangs geschlossen halten.
  • Backen Sie möglichst mit Heiß- oder Umluft. Steigern Sie die Effizienz durch eine geringere Backtemperatur und verzichten Sie auf das Vorheizen. 
  • Leere Bleche nicht unnötig mitbacken. 
  • Schalten Sie den Ofen so frühzeitig wie möglich aus und nutzen Sie die Restwärme. 
  • Spülmaschine am besten nur vollbeladen anstellen. 
  • Setzen Sie wassersparende Armaturen ein (Sparperlatoren). 

Beleuchtung

Eine Bude auf dem Weihnachtsmarkt in Wiesbaden mit wenig Effektbeleuchtung
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Weniger Effektbeleuchtung durch Reduzierung der Anzahl der Leuchtmittel um die Hälfte.

    Weihnachtsmarkt in der Burg in Michelstadt am Tag mit abgeschalteter Beleuchtung
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    Schränken Sie die Zeiten der Effektbeleuchtung ein: Abschalten der Beleuchtung am Tag, Einschalten erst bei Einsetzen der Dämmerung, Abschaltung mit Ende des Weihnachtsmarktes. Nutzen Sie gegebenenfalls Zeitschaltuhren. Reduzieren Sie die nächtliche Notbeleuchtung auf ein Mindestmaß.

    Eine kerzenförmige LED Birne wird in eine Lampe geschraubt
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    Umstellung der Beleuchtung auf LED. So wird der Stromverbrauch um 80 bis 90 Prozent reduziert.

    Wärmeerzeugung und Wohlbefinden

    • Wärmeerzeuger sollten Sie wirklich nur nutzen, wenn und wo diese unbedingt nötig sind. 
    • Nutzen Sie im offenen Verkaufstand Infrarotstrahler statt Heizlüfter.  
    • Nutzen Sie keine Heizpilze oder andere Systeme vor den Ständen. 

    Weitere Energiespartipps und Möglichkeiten der Effizienzsteigerung:

    • Schon im Vorfeld haben Kommunen verkündet, dass sie auf eine Eislaufbahn oder Eisstockbahn verzichten.
    • Sie können Bürgerinnen und Bürger aufrufen, möglichst nicht mit dem Auto anzureisen, auf P&R-Parkplätze rund um die Kommune und gegebenenfalls auf einen bestehenden Shuttleservice verweisen. Als Anreiz für das Rad besteht die Möglichkeit, Abstellmöglichkeiten rund um den Weihnachtsmarkt auszuweiten.   
    • Bei Fahrgeschäften sollten Betreiberinnen und Betreiber auf Energieeffizienz achten: Dazu gehört der Einsatz von LED-Beleuchtung, Frequenzumrichtern, um Energie rückzuspeisen, und die Rekuperation von Energie beim Abbremsen. 

    Tipps für Weihnachtsmarktbesucherinnen und -besucher

    Am klimafreundlichsten ist der Weihnachtsmarktbesuch, wenn Sie zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffentlichen anreisen. Wer ein Job-, Monats- oder Jahresticket hat, sollte schauen, ob eine kostenlose Mitnahme des Partners am Abend oder Wochenende möglich ist. Wer sonst keine Öffentlichen nutzt, fährt oft mit einem Tagesticket günstiger als mit Einzeltickets für Hin- und Rückfahrt.  Führt kein Weg am Auto vorbei, sind Fahrgemeinschaften und Mitfahr-Apps ein guter Tipp. 

    Heizpilze wird es in diesem Jahr nur selten geben. Die richtige Kleidung nach dem Zwiebelprinzip macht Wärmeerzeuger vor den Ständen von vornherein überflüssig (Mütze, Handschuhe, Thermosohlen, wärmende Unterwäsche). Für ganz Verfrorene gibt es Handwärmer. 

    Das Spülen von Geschirr verursacht bei Standbetreibern hohe Energiekosten. Tassen für Glühwein, Punsch und Tee können Sie selbst mitnehmen und so die Standbetreiber entlasten.  

    Das Team der LEA Hessen wünscht eine schöne Adventszeit.