Mehrere parkende H2-Fahrzeuge der HA Hessen Agentur GmbH
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Logistik

Hessische Projektbeispiele zu Wasserstoff und Brennstoffzellen

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Auch für Nutzfahrzeuge aller Art, von Lkw und Transportern über Müllwagen und Straßenreinigungsmaschinen bis hin zu Traktoren und Gabelstaplern, bietet Wasserstoff eine Möglichkeit für einen klimaschonenden Antrieb. Für viele Anwendungsbereiche sind geeignete Brennstoffzellen-Fahrzeuge in der Entwicklung bzw. in kleinen Stückzahlen bereits auf dem Markt. Insbesondere in der Logistikbranche zeichnet sich ein großes Potenzial für Wasserstoff als Kraftstoff ab, was auch aus Klimaschutzgründen von großer Bedeutung ist.

Diese Entwicklung ist für Hessen als wichtigem Logistikstandort entlang der Autobahnen A4, A5 und A7 in Nord- und Osthessen sowie im Bereich des Frankfurter Flughafens von großer Bedeutung.

Ein Zukunftsthema ist unter anderem die Herstellung synthetischer Kraftstoffe. Bei dem Verfahren, das als Power-to-Liquid bezeichnet wird, wird Wasserstoff in einem weiteren Prozessschritt zu flüssigen Kraftstoffen weiterverarbeitet. Ein solcher strombasierter Kraftstoff hat das Potenzial, langfristig die Luft- und Schifffahrt CO2-neutral zu machen, da für solche Anwendungen auch weiterhin Flüssigtreibstoffe aufgrund ihrer hohen Energiedichte benötigt werden. Bisher gibt es allerdings noch keine Produktionsanlagen in industriellem Maßstab.

Beispiel: HyWheels

Im Jahr 2019 hatte die Stadt Fulda mit ihrer Bewerbung den Zuschlag für das Förderprogramm HyLand des Bundesverkehrsministeriums erhalten, das den Wasserstoff-/Brennstoffzellenantrieb (BZ) in Deutschland voranbringen will. Nun hat die Konzepterstellung gestartet, damit in wenigen Jahren 1000 Brennstoffzellen-Nutzfahrzeuge in Osthessen, einem der wichtigsten Logistikknotenpunkte in Deutschland, auf die Straße gebracht werden. 

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Grüne Verkehrsdienstleistungen als Alleinstellungsmerkmale für regionale Verkehrsunternehmen, Stärkung des Wirtschaftsstandortes durch die Errichtung einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft und gleichzeitig ein Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung. Kurz gesagt: Durch HyWheels  soll der Wirtschaftsstandort Osthessen gestärkt und ein Beitrag zur Abkehr von fossilen Kraftstoffen im Verkehrssektor geleistet werden.

Bei der Projektanbahnung wurden die Stadt Fulda und der Landkreis Fulda durch die langjährige Expertise der H2BZ-Initiative Hessen e.V. und der LEA LandesEnergieAgentur Hessen GmbH unterstützt. Durch das große Netzwerk der beiden Akteure konnten viele Logistikunternehmen für ein LOI im Rahmen der Antragstellung gewonnen werden.

Ein Schwerpunkt des Feinkonzepts liegt auf dem Einsatz von BZ-Lkw. Hier sehen alle beteiligten Akteure das Potenzial zur Anschaffung von mindestens 1000 mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeugen. Durch die gemeinschaftliche Beschaffung werden die Mehrkosten für den Betrieb der Fahrzeuge minimiert. Zum anderen sollen für die regionalen Verkehrsunternehmen Wettbewerbsvorteile geschaffen werden, da sie in einem umkämpften Logistikmarkt gefragte grüne Verkehrsdienstleistungen anbieten können. 

Die Stadt Fulda hat zur Erstellung des Feinkonzepts zwei Arbeitspakete vergeben: Zum einem zur genauen Ausarbeitung der benötigen Infrastruktur und zum zweiten zum Thema BZ-Fahrzeuge. Die beauftragten Konsortien starteten in 2020 mit der Erstellung des Feinkonzepts für den Einsatz von Wasserstoff in der Logistik. Das umsetzungsreife Konzept soll bis 2021 vorliegen. Die Federführung bei der Antragseinreichung lag beim Stadtplanungsamt der Stadt Fulda, welche Unterstützung durch den Landkreis Fulda sowie die H2BZ-Initiative Hessen und die LEA Hessen erhielt.

Kontakt

Oliver Eich

Oliver Eich

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Caroline Schäfer

Caroline Schäfer

Wasserstoff und Brennstoffzellen

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Markus Lämmer

Markus Lämmer

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