Stadtansicht in der unteren Rhein Region von Deutschland, Siedlung von Mehrfamilienhäusern aus der Vogelperspektive.
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Wärme & Sektorenkopplung

Ziele & Strategie

Wärme und Strom: Erst zusammen wirtschaftlich

Manche Kommunen starten mit der kommunalen Wärmeplanung und fragen sich: Woher kommt die Energie für unser Wärmenetz? Andere beginnen mit einem Wind- oder Solarprojekt und fragen sich: Wie lässt sich der Strom sinnvoll vor Ort nutzen?

Beide Wege führen zur gleichen Erkenntnis: Strom und Wärme müssen zusammengedacht werden. 

Erst dann entstehen Projekte, die sich wirtschaftlich tragen – für die Kommune, für Projektpartner und für die Bürgerinnen und Bürger.

Die zwei Wege zur Sektorenkopplung

Kommunen mit abgeschlossener Wärmeplanung kennen ihren Wärmebedarf – aber oft noch nicht die passende Energiequelle. Hier setzt die Verbindung zu lokalen erneuerbaren Energien an: Strom aus Wind- oder Solaranlagen kann über Direktleitungen genutzt werden, beispielsweise für den Betrieb großer Wärmepumpen.

Kommunen, die dagegen mit einem Wind- oder Solarprojekt starten, stehen vor der Frage: Wie bleibt die Wertschöpfung vor Ort?

Die Antwort ist in beiden Fällen dieselbe: durch die Verknüpfung mit der lokalen Wärmeversorgung.

Wer beide Seiten zusammenbringt, schafft ein Geschäftsmodell, das sich für alle rechnet – für Projektierer, Kommunen und Bürgerschaft.

Die Verbindung: Zwei Wege der Sektorenkopplung

Je nach lokalen Gegebenheiten gibt es zwei Ansätze, die sich auch kombinieren lassen:

Handschlag

A · Physische Sektorenkopplung: Direktleitung

Eine Direktleitung verbindet einen Wind- oder Solarpark mit einer Großwärmepumpe oder Heizzentrale. Der Strom wird direkt genutzt, die Wärme über ein Nahwärmenetz verteilt.

Vorteile:

  • geringere Wärmegestehungskosten
  • stabile Einnahmen für den Betreiber
  • geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern
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B · Finanzielle Sektorenkopplung: Energiefonds

Wenn eine Direktleitung nicht realisierbar ist – oder ergänzend dazu – kann ein kommunaler Energiefonds aufgebaut werden.

Projektentwickler zahlen in diesen Fonds ein, der zweckgebunden für Wärmeprojekte eingesetzt wird, z. B. für:

  • Großwärmepumpen
  • Wärmenetze
  • Austausch fossiler Heizungen
  • Förderung von Wärmepumpen in Privathaushalten

Rechtliche Grundlagen

Hinweis: Die Rechtslage zu Direktleitungen entwickelt sich aktuell weiter. Die LEA informiert über relevante Änderungen.

Nicht nur Wärmenetze: Dezentrale Lösungen mitdenken

Nicht jedes Gebiet eignet sich für ein zentrales Wärmenetz. In locker bebauten Strukturen sind dezentrale Lösungen oft wirtschaftlicher – und können dennoch von lokaler Stromerzeugung profitieren:

  • Spezielle Wärmepumpenstromtarife aus lokaler Erzeugung
  • Handwerkerallianzen mit standardisierten, fairen Angeboten
  • Investitionszuschüsse aus Energiefonds für private Haushalte

Vom Einzelprojekt zum integrierten Konzept

Früher wurden Strom, Wärme, Speicher und lokale Akteure meist getrennt betrachtet. In einem integrierten Ansatz greifen diese Bausteine ineinander:

  • erneuerbarer Strom versorgt Wärmepumpen
  • Wärme wird in Netzen verteilt
  • Speicher gleichen Schwankungen aus
  • lokale Betriebe werden eingebunden

Ergebnis: höhere Wirtschaftlichkeit und regionale Wertschöpfung.

Das ist keine Vision – solche Projekte werden bereits in Deutschland umgesetzt.
Der Unterschied: Integrierte Konzepte rechnen sich langfristig für alle Beteiligten.

Werkzeuge & Materialien

Persönliche Beratung

Sie wünschen sich Unterstützung? Wir beraten Sie gerne – kostenlos, unabhängig und passgenau für Ihre Kommune: 🖂 buergerforum@lea-hessen.de ☎ 0611-95017 8678