Bürgerforum Energiewende Hessen
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Bürgerforum Energiewende Hessen

Im Dialog die Energiewende gestalten

Mit Coaching, Mediation, Informationen und Faktenchecks Kontroversen um erneuerbare Energien entschärfen – das ist der Auftrag des Bürgerforums Energiewende Hessen (BFEH).  

Im Jahr 2050 soll Hessen seinen Strom- und Wärmebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien decken.

Doch der Ausbau von Wind-, Wasser- und Solarenergie wird mancherorts kontrovers diskutiert. Das Bürgerforum Energiewende Hessen bietet für solche Situationen individuelle Formate für einen sachlichen und faktengestützten Dialog. 

Durch das Bürgerforum unterstützt das Land Hessen seine Kommunen beim Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern rund um lokale Planungen zur Nutzung erneuerbarer Energien sowie zu kommunalen Energiekonzepten. Das Bürgerforum Energiewende Hessen (BFEH) stärkt Kommunen dabei, mit den Bürgerinnen und Bürgern die Energiewende zu gestalten und gemeinsam nach konkreten Lösungen zu suchen. Ein frühzeitiger Dialog ist dafür essenziell. Vor der gemeinsamen Umsetzung steht eine Vorklärung der Gesamtsituation sowie der spezifischen Fragestellungen mit kommunalen Vertreterinnen und Vertretern und weiteren beteiligten Akteurinnen und Akteuren.

„Unser Bürgerforum ist seit 2014 in Kommunen in ganz Hessen aktiv – in einigen sogar mehrfach. Unsere Expertinnen und Experten konnten Konflikte vor Ort deutlich entschärfen – dank Moderation, Mediation und fachlich gut aufbereiteter Informationen.“

McGovern
Dr. Karsten McGovernLeiter der LandesEnergieAgentur Hessen

Die Energiewende in Hessen gelingt nur mit den Menschen vor Ort. Oft treffen unterschiedlichste Auffassungen und Interessen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft aufeinander, wenn in Kommunen Energiewende-Projekte geplant werden. Sie zu berücksichtigen und zusammen tragfähige Konzepte zu finden – das ist Ziel des Landesprogramms Bürgerforum Energiewende Hessen (BFEH). Seit 2014 stärkt es Kommunen mit passgenauen Angeboten: Diese werden je nach Bedarf auf die Gegebenheiten vor Ort zugeschnitten, um die wichtigsten Akteure und die interessierte Öffentlichkeit frühzeitig in die Planungen einzubinden, den Dialog in der Kommune zu fördern und gemeinsam lokale Energie- und Klimaschutzkonzepte zu verwirklichen.

Dialog vor Ort: Informieren und beteiligen

Häufig werfen Energiewende-Projekte in der Bevölkerung Fragen auf  und sorgen für lebhafte Diskussionen. Bürgerinnen und Bürger wollen informiert werden und zu Wort kommen. In solchen Situationen bietet das BFEH kompetente und individuelle Unterstützung an und ermöglicht einen konstruktiven Dialog vor Ort.

Informationsveranstaltungen: Über Themen ausführlich zu informieren, die viele Menschen bewegen – dafür bieten sich Informationsveranstaltungen an, die Kommunen mit Unterstützung des BFEH organisieren können. 

Infomärkte: Ein Austausch auf Augenhöhe zwischen Fachleuten und Bürgerinnen und Bürgern – das ist das Ziel von Infomärkten. Mit diesem Format schafft das BFEH ein Forum, um offen und ausgewogen den Ausbau erneuerbarer Energien zu erörtern. Die Konzepte für die Infomärkte entwickelte das BFEH schrittweise in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunen und Interessengruppen vor Ort. 

Energie- und Klimaschutztage: Mitmachen und Spaß haben – das steht im Mittelpunkt der Energie- und Klimaschutztage. Mit dem interaktiven und familienfreundlichen Marktplatzformat macht das BFEH gemeinsam mit Kommunen die Themen Klimaschutz und Energiewende für Groß und Klein erlebbar. 

Infobriefe: Gerade die Verfahren und Abläufe beim Ausbau erneuerbarer Energien werfen bei vielen Bürgerinnen und Bürgern Fragen auf. Um sie zu beantworten, unterstützt das BFEH Kommunen mit Infobriefen dabei, wichtige Informationen zu ihren Vorhaben in verständlicher Form in die breite Öffentlichkeit zu tragen.

Online-Dokumentionen: Bürgerinnen und Bürger nicht nur „offline“ auf Veranstaltungen informieren und beteiligen, sondern auch über das Internet – erste hessische Gemeinden machen vor, wie sie gemeinsam mit dem BFEH Informationsveranstaltungen mit Online-Dokumentation und -Beteiligung verknüpft haben, um ein transparentes und nachhaltiges Format zu schaffen. 

Interkommunaler Dialog: Wie lässt sich ein Flächennutzungsplan zwischen mehreren Kommunen und gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern erarbeiten? Bei dieser Herausforderung griffen sieben hessische Kommunen auf die Expertise des BFEH zurück. Denn ihr Ziel war es, einen interkommunalen Flächennutzungsplan für Windenergie zu erstellen, der auf einem breiten politischen und gesellschaftlichen Fundament steht. Das BFEH beriet und organisierte mit den Gemeinden Informations- und Dialogveranstaltungen, um die Öffentlichkeit frühzeitig einzubinden.

Bürgerfonds: Kommunen und Bürgerinnen und Bürger finanziell an der Energiewende beteiligen – dabei bietet das Bürgerforum Unterstützung. So hat es zum Beispiel Hohenroda geholfen, einen Bürgerfonds zu konzeptionieren. Er soll dazu beitragen, dass ein Teil der Erträge eines geplanten Windparks für gemeinnützige oder soziale Zwecke in den betroffenen Ortsteilen verwendet wird – und die Menschen vor Ort von den erneuerbaren Energien profitieren. 

Coaching für Entscheidungsträgerinnen und -träger

Nicht selten stoßen Entscheidungsträgerinnen und -träger an ihre fachlichen Grenzen, wenn es darum geht, erneuerbare Energien auszubauen. Politische Gremien und Mandatsträgerinnen und -träger dabei zu unterstützen, diese zu überwinden, um sachgerechte Entscheidungen treffen und kommunizieren zu können – auch das zählt zum Angebot des BFEH.

Gremien-Coaching: Flächen für Windenergie bereitstellen – ja oder nein? Kommunen fit für diese Entscheidung zu machen, auch das ist ein Ziel des BFEH. Als etwa die Gemeindevertretung in Brechen vor dieser Frage stand, half das BFEH dabei, eine Lösung zu finden. Die politische und planungsrechtliche Herausforderung war in diesem Fall besonders groß, denn: Die Fläche befindet sich in kommunalem Besitz, liegt allerdings als Exklave auf der Gemarkung einer Nachbargemeinde. Zur Unterstützung der Entscheidungsträgerinnen und -träger bei ihrem Beschluss bereitete das BFEH vorab identifizierte Themen auf und zog Expertinnen und Experten im Rahmen einer Gremienveranstaltung zurate. Mit Erfolg: Die neuen Erkenntnisse erwiesen sich als äußerst hilfreich, da die planungsrechtlichen Konsequenzen der Exklavenfläche im Vorfeld unterschätzt worden waren. Dank des BFEH erhielten die Verantwortlichen so das Wissen, das nötig war, um einen Beschluss zu fassen.

Geschützter Austausch: Beeinflusst durch Debatten vor Ort und in den Medien ist es für Kommunen nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Um es den Verantwortlichen zu ermöglichen, sich fundiert und in Ruhe zu informieren und auszutauschen, organisiert das BFEH Gespräche zwischen Fachleuten und Entscheidungsträgerinnen und -trägern in geschützter Atmosphäre.

BFEH als Konfliktlöser: Schlichten und vermitteln

Energiewende-Projekte können für Konfliktstoff sorgen. Wo statt Dialog Streit herrscht und die Akteure nur noch übereinander und nicht mehr miteinander reden, dort unterstützt das BFEH. Es bringt alle Beteiligten an einen Tisch, um Entscheidungsgrundlagen zu finden und Konflikte sachlich zu lösen. 

Mediation: Wenn die Fronten verhärtet sind, sind oftmals Gerichte die letzte Instanz, die eine Entscheidung treffen. Dass es auch anders geht, zeigt ein vom BFEH schon 2016 bundesweit bisher einmalig durchgeführtes Mediationsverfahren in einem Konflikt um den Ausbau erneuerbarer Energien. 

Runder Tisch: Debatten versachlichen, Vertrauen schaffen, Kompromisse finden. Ein Runder Tisch ist vielseitig einsetzbar, um Konflikte rund um erneuerbare Energien beizulegen. Mit diesem Format schafft das BFEH einen Ort, an dem Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Bürgerinitiativen, Planung und andere wichtige Akteurinnen und Akteure oftmals das erste Mal zusammenkommen, um sich auf Augenhöhe auszutauschen. 

Mit Faktenchecks Klarheit schaffen

Sind erneuerbare Energien wirklich wirtschaftlich? Welche Technik kommt zum Einsatz? Und: Wie wirkt sich der Umstieg auf alternative Energiequellen auf Mensch und Umwelt aus? Wird die Energiewende vor Ort zum Thema, haben viele Beteiligte zahlreiche Fragen, von denen einige immer wieder auftauchen. Oft verunsichern gegensätzliche Aussagen die Bürgerinnen und Bürger. Daher führt das BFEH landesweite Veranstaltungen durch, um Klarheit zu schaffen – in sogenannten Faktenchecks.

Fächer von FAktenpapieren des Bürgerforums

Die Faktenchecks des Bürgerforums Energiewende Hessen: fachlich fundiert, gesellschaftlich ausgewogen und mit verständlichen Informationen zu Wind- und Wasserkraft, Solarenergie oder Genehmigungsverfahren.

Die Faktenchecks sind ein anerkanntes Format, denn sie bieten eine Plattform für den sachlichen Austausch und binden alle zentralen Akteurinnen und Akteure mit ein: Expertinnen und Experten, Kritikerinnen und Kritiker sowie Befürworterinnen und Befürworter der Energiewende. Bei der Faktenklärung wird der Bogen von der gesellschaftlichen Diskussion bis hin zur praktischen Umsetzung vor Ort gespannt. Dank ihrer soliden wissenschaftlichen Basis tragen die Faktenchecks dazu bei, Fehlinterpretationen zu vermeiden, Diskussionen zu versachlichen und Verunsicherung in der Bevölkerung entgegenzuwirken. Die Faktenpapiere schaffen im Ergebnis eine gut lesbare Zusammenfassung für die interessierte Öffentlichkeit.

So entstehen Faktenchecks

1

In einem Experten-Hearing hört ein Panel aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener institutioneller Akteure und Interessengruppen Fachleute zu dem Thema an, das der Faktencheck näher beleuchtet. Für die Faktenchecks gewinnt das BFEH bundesweit renommierte und unabhängige Expertinnen und Experten.

2

In Faktenpapieren fasst das Bürgerforum die Erkenntnisse und Empfehlungen der Diskussion in Abstimmung mit den Spezialistinnen und Spezialisten zusammen. Als Lang- (Broschüre) und Kurzfassung veröffentlicht, stehen sie Kommunen, Behörden, politischen Entscheiderinnen und Entscheidern sowie der Öffentlichkeit zur Verfügung, um sich fachlich fundiert zu informieren und eine Entscheidung zu treffen.

Faktenchecks in der Übersicht

Nutzen Sie die Faktenchecks für Ihre Entscheidungsfindung in kommunalen Gremien und für Ihre Kommunikation. Wir haben sie Ihnen in einer Übersicht zusammengestellt. 

Übersicht Faktenpapiere

Ein Mehrwert für alle

Das Bürgerforum unterstützt Kommunen in Hessen dabei, 

  • den Bürgerdialog individuell auf die Kommune und ihre spezifische Situation zuzuschneiden,
  • Konflikte zu klären – mit neutraler Moderation oder Mediation für einen sachlichen und konstruktiven Austausch,
  • transparent zu kommunizieren und so die Öffentlichkeit zu informieren – auch durch begleitende Pressearbeit,
  • einen fundierten Überblick über die diskutierten Themen zu geben und dadurch ein strukturiertes Vorgehen im Projektverlauf zu ermöglichen,
  • alle Interessierten frühzeitig in Planungsvorhaben einzubinden und Handlungsspielräume für Akteurinnen und Akteure aufzuzeigen.

So starten wir gemeinsam

Nehmen Sie Kontakt auf – am besten per Mail. Schildern Sie uns Ihr Vorhaben in kurzen Sätzen.

Wir melden uns zurück und geben eine erste Einschätzung, welches Format zu Ihrem Anliegen passt.

... und dann geht es los. Zusammen finden wir Lösungen. Wir freuen uns auf Sie!

Kontakt

Matthias von der Malsburg

Matthias von der Malsburg

Florian Voigt

Florian Voigt

Projektleiter Bürgerforum Energiewende

+49 611 95017 8419

Christopher Lüning

Christopher Lüning