Die Gewinner des Hessischen Staatspreis Energie 2026 stehen fest

Staatspreis Energie: Zwölf hessische Energieprojekte ausgezeichnet

Der hessische Staatspreis Energie zeichnet Menschen und Ideen aus, die die Energiewende auf ganz unterschiedliche weise voranbringen. Am 9. September wurden im Rahmen des „Zukunftsforum Energie & Klima“ die Gewinnerinnen und Gewinner des Hessischen Staatspreises für innovative Energielösungen 2026 bekannt gegeben.

Im Rahmen des von über 1.000 Fachbesucherinnen und -besuchern besuchten Zukunftsforum Energie und Klima zeichnete das Hessische Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum zwölf Projekte für ihre innovativen und zukunftsweisenden Lösungen im Bereich der Energieversorgung und -nutzung aus.

Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident Kaweh Mansoori zeigte sich beeindruckt von den Projekten: „Die Energiewende entscheidet sich nicht allein an politischen Zielmarken, sondern daran, ob aus guten Ideen Lösungen werden, die in der Praxis funktionieren. Genau das zeigen die ausgezeichneten Projekte: Sie verbinden technologische Innovation mit Unternehmergeist, wissenschaftlicher Kompetenz und ganz konkretem Nutzen. Hessen hat viele kluge Köpfe, die neue Wege bei Energieversorgung, Speicherung und effizienter Nutzung gehen. Unser Anspruch muss sein, ihnen die Bedingungen zu geben, damit aus diesen Ideen Investitionen, Wertschöpfung und Fortschritt für unser Land entstehen können.“

Der mit insgesamt 53.500 Euro dotierte Staatspreis wird in sechs Kategorien vergeben: Strom, Wärme, Mobilität, Systemintegration, Nachwuchs und gesellschaftliches Engagement. Die Preisträgerinnen und Preisträger wurden von einer neunköpfigen Fachjury aus 98 Bewerbungen ausgewählt.

  • Der erste Platz in der Kategorie Strom geht an die Voodin Blade Technology GmbH aus Lichtenfels, die weltweit die ersten Rotorblätter für große Windenergieanlagen aus laminiertem Furnierholz entwickelt. Diese können deutlich besser recycelt werden als herkömmliche Rotorblätter.
  • Platz zwei belegt die in Kassel ansässige p&e power&energy GmbH. Das Unternehmen entwickelt resiliente Batteriespeicher für kritische Infrastruktur wie Krankenhäuser und Rechenzentren. Zellfehler im Batteriesystem können isoliert werden, ohne das Gesamtsystem außer Betrieb zu setzen. Dadurch wird die Fehlertoleranz und Lebensdauer der Systeme erhöht.
  • In der Kategorie Wärme überzeugt der Metal Energy Hub der Technischen Universität Darmstadt. Hier wurde ein innovatives Energiespeichersystem auf Basis von Eisenpulver entwickelt, mit dem Energie saisonal gespeichert und in Form von Strom, Wärme oder Wasserstoff zur Verfügung gestellt werden kann. Dafür erhält die TU Darmstadt den ersten Platz.
  • Zweiter Preisträger ist die MAGNOTHERM Solutions GmbH, ebenfalls aus Darmstadt, die kältemittelfreie, wartungsarme Kühlsysteme entwickelt, die bis zu 30 Prozent weniger Energie benötigen als andere Systeme. Die Kühlsysteme kommen seit 2025 bereits in hessischen Supermärkten zum Einsatz.
  • Der erste Platz in der Kategorie Systemintegration geht an die Goat Energy Solutions GmbH aus Künzell bei Fulda. Diese haben ein System entwickelt, das digitale Zwillinge von real laufenden Multienergieanlagen (Kombination aus Strom und Wärme) erstellt und deren Betrieb über eine intelligente Steuerung optimiert. So werden verschiedene Betriebsszenarien vorausberechnet und Anlagen situativ auf die wirtschaftlich und energetisch beste Fahrweise eingestellt.
  • Den zweiten Platz belegt die Kreisstadt Dietzenbach mit ihrem Smart-City-Konzept. Die Stadt betreibt die öffentliche Beleuchtung energieeffizient, bedarfsorientiert und datenbasiert durch die Kombination moderner LED-Technologie mit automatischen Steuerungssystemen.
  • Den ersten Platz in der Kategorie Mobilität belegt das Stuttgarter GreenTech-Start-up Ammonigy GmbH mit Betriebsstätte in Gernsheim. Ammonigy macht den Einsatz von Ammoniak als CO2-freiem Kraftstoff in Verbrennungsmotoren möglich. Das ist vor allem für den Schwerlasttransport – in der Schifffahrt oder für Güterloks – aber auch in Industrieprozessen interessant.
  • Der zweite Platz geht an die Konvekta AG aus Schwalmstadt. Das Unternehmen produziert innovative Klimasysteme für Elektrobusse, die den Energieverbrauch und die Betriebskosten von E-Bussen reduzieren sowie deren Reichweite erhöhen.
  • Den ersten Platz in der Kategorie gesellschaftliches Engagement sicherte sich die Lokalgruppe Darmstadt des ehrenamtlichen Vereins Solarcamp for Future. Mit ihrem Projekt „Solarcamp macht Schule“ bringen sie praxisnahes Wissen aus verschiedenen Berufsfeldern, die essenziell für die Energie- und Wärmewende sind, an hessische Schulen und Berufsschulen – immer in Zusammenarbeit mit lokalen Handwerksbetrieben.
  • Platz zwei geht an die Energiegenossenschaft Darmstadt e.G. Diese hat eine Solaranlage auf dem Dach der Kita Niedernhausen installiert, inklusive Batteriespeicher und Stromcloud. Das Projekt wurde ausschließlich über Bürgerbeteiligung finanziert und der lokal erzeugte Strom wird direkt von der Kita genutzt. Stromüberschüsse gehen an die Mitglieder der Energiegenossenschaft.
  • In der Kategorie Nachwuchs geht der erste Platz an die Universität Kassel, konkret das Fachgebiet Leistungselektronik. Das Team entwickelt einen intelligenten Transformator mit integriertem Batteriespeicher, der Strom nicht nur umwandelt, sondern auch speichert. Durch die Kombination beider Funktionen in einem Gerät werden der Platzbedarf und die Hardwarekosten deutlich reduziert. Zudem trägt der Transformator zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und kann in Schnellladesäulen zum Einsatz kommen.
  • Platz zwei sichert sich Nachwuchswissenschaftlerin Annika Isabelle Peter, ebenfalls aus Kassel. Sie forscht zum Einsatz von Algen zur Reduktion von CO2-Emissionen und Gewinnung von Biogas. In diesem Rahmen hat sie ein Konzept für einen Prototypen entwickelt, bei dem ein Filtersystem in die Fassade eines Gebäudes integriert und das aus Algen gewonnene Biogas zum Beheizen des Gebäudes genutzt werden kann.

Zu den Projekten: Hessischer Staatspreis für innovative Energielösungen

HINTERGRUND

Der Hessische Staatspreis für innovative Energielösungen prämiert Konzepte zur Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung von Energie. Das Preisgeld für die Gewinner beträgt in den einzelnen Kategorien je 7.500 Euro, in der Kategorie Nachwuchs 2.500 Euro. Die Zweitplatzierten erhalten ein Preisgeld von 2.500 Euro, in der Kategorie Nachwuchs 1.000 Euro. Der Staatspreis wird alle zwei Jahre vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum ausgelobt. Die LEA LandesEnergieAgentur Hessen übernimmt die Organisation und Durchführung.