Windenergieanlagen in Vogelperspektive
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Flächen als Schlüssel

Ziele & Strategie

Fläche ist Ihr wichtigster Verhandlungshebel

Wer die Fläche kontrolliert, kontrolliert das Projekt. Ohne gesicherte Flächen kein Windpark, keine Solaranlage, kein Wärmenetz. Das gibt der Kommune eine Verhandlungsposition die sie sonst nirgendwo hat – gegenüber Projektiererinnen und Projektierern, gegenüber privaten Eigentümerinnen und Eigentümern, gegenüber dem Markt. Ob eigene Grundstücke, Pooling-Vereinbarungen mit Landwirtinnen und Landwirten oder aktive Bauleitplanung – entscheidend ist die frühzeitige kommunale Steuerung, bevor andere die Fakten schaffen.

Und das Wichtigste: Auch Kommunen ohne eigene Flächen können profitieren.

Stapel Zeitungen

Zeitfaktor: Wer früh handelt, gestaltet — wer wartet, verliert Spielraum

Projektierer sind oft schneller als kommunale Verwaltungen. Sobald Einzelpachtverträge mit Eigentümerinnen und Eigentümer abgeschlossen sind, ist der kommunale Handlungsspielraum stark eingeschränkt. Frühzeitiger Kontakt zu Flächeneigentümerinnen und Flächeneigentümer ist entscheidend.

Wer die Planung in der Hand hat, sitzt am längeren Hebel – nicht der Projektierer.

Warum aktive Planung entscheidend ist

Nur wer aktiv plant, schafft den planungsbedingten Mehrwert — und damit erst die rechtliche Grundlage, um Leistungen vom Projektierer einfordern zu können. Ohne eigene Planung kein Abschöpfungshebel.

Der planungsbedingte Mehrwert entsteht wenn die Kommune Grundstücke durch Bauleitplanung für Erneuerbare Energien ausweist. Diesen Mehrwert kann sie über städtebauliche Verträge für lokale Zwecke nutzen – zum Beispiel für Direktleitungen oder einen Energiefonds. Wer nicht selbst plant, schafft auch keinen Mehrwert – und damit keine rechtliche Grundlage für Vereinbarungen mit Projektierern.

Rechtliche Grundlagen – Positivplanung und städtebauliche Verträge im Detail

Hessische Rechtslage — Was wo gilt

Je nach Region haben Sie unterschiedliche Möglichkeiten, aber überall gilt: Wer frühzeitig plant, hat mehr Spielraum.

Auch ohne eigene Flächen profitieren

Keine eigenen Flächen? Vier Wege trotzdem zu profitieren.

FlächenpoolingBeteiligungDirektleitungenBodenwertabschöpfung
Private Eigentümer koordinieren — die Kommune moderiert und behält die Steuerungshoheit über das Konzept. Finanzielle Teilhabe über § 6 EEG und/oder vertragliche ModelleKommune, Industrie oder Gewerbebetriebe als Abnehmerinnen und AbnehmerÜber Bauleitplanung den planungsbedingten Mehrwert für kommunale Zwecke nutzen.
Luftaufnahme einer hessischen Kommune, mit viel grüner freier Fläche im Vordergrund und zwei Windrädern im Hintergrund
Praxisbeispiel: Lichtenfels

Lichtenfels hatte kaum eigene kommunale Flächen, und hat trotzdem die Kontrolle behalten. Bürgermeister Henning Scheele hat über 40 private Eigentümer, HessenForst und die Waldecksche Landesstiftung in einem Flächenpool vereint — mit Poolvertrag, Duldungsvereinbarung und 75 % Stimmrecht-Quorum. Erfolgsfaktoren: frühzeitig aktiv, transparente Verträge, Bürgertarif als Anreiz. Die Lösung wurde an einem Wochenende erarbeitet.

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