Freiflächen-Solaranlage aus der Vogelperspektive
© Unsplash, Raphael Cruz

Strom strategisch nutzen

Ziele & Strategie

Strom ist der Ausgangspunkt.Nicht das Ziel.

Wind- und Solaranlagen erzeugen Strom. Aber was damit passiert, entscheidet über den Mehrwert für die Kommune. Wer einfach einspeist, bekommt den Marktpreis minus Netzentgelte. Wer den Strom lokal nutzt – für Wärme, für Betriebe, für die eigene Gemeinde – erzielt bessere Erlöse und schafft gleichzeitig günstige Energie vor Ort. Das ist der Unterschied zwischen einer Kommune die reagiert – und einer die gestaltet.

Ausrufezeichen

Warum lokale Nutzung strategisch klüger ist

Strom aus lokaler Erzeugung kostet heute ca. 4–6 ct/kWh. Der Netzbezug kostet Betriebe und Haushalte 20–30 ct/kWh. Wer diesen Unterschied lokal nutzt, schafft einen Standortvorteil den andere nicht haben. Drei strategische Optionen:

  • Einspeisung: Marktwert minus Netzentgelte – weniger rentabel als früher
  • Direktlieferung: netzentgeltbefreit, wirtschaftlich attraktiver, schafft lokale Bindung
  • § 6 EEG: kommunale Mindestbeteiligung von 0,2 ct/kWh – mitnehmen, aber kein Geschäftsmodell

Die strategische Grundentscheidung: Was wollen wir mit dem Strom?

Strom für WärmeStrom für BetriebeStrom für die Kommune
Direktleitung vom Wind- oder Solarpark zur Großwärmepumpe. Günstiger Strom wird zu günstiger Wärme – für Haushalte und Betriebe. Das ist Sektorenkopplung in der Praxis.Direktlieferung an Gewerbe und Industrie über Direktleitungen. Günstige, planbare Energiekosten sind heute ein Standortfaktor – Betriebe suchen gezielt solche Standorte.Beteiligung an der Projektgesellschaft, § 6 EEG, Gewerbesteuer vor Ort. Langfristige Einnahmen für den kommunalen Haushalt – unabhängig vom Energiemarkt.



Ihr zentraler Hebel: frühzeitig positionieren

Bei Windenergie gestaltet die Kommune vor allem über die frühzeitige Positionierung zu Flächen und Konzepten. Bei Freiflächen-PV ist die Bauleitplanung der direkte Hebel. In beiden Fällen gilt: Fordern Sie als Voraussetzung ein integriertes Konzept das Strom und lokale Nutzung verbindet – das ist nicht nur Ihr gutes Recht, sondern auch im Interesse der Projektiererin oder des Projektierers.

Schöne Fachwerkhäuser in der Marburger Altstadt.
Praxisbeispiel: Marburg

Die Stadtwerke Marburg planen 7 Windenergieanlagen auf den Lahnbergen — mit Direktleitungen zu großen Abnehmern wie dem Pharmastandort. Der Windstrom sichert günstige Energiekosten für Industrie und Gewerbe — und damit den Standort. Gleichzeitig erzielen die Stadtwerke über die Direktbelieferung stabilere Erlöse als über die reine EEG-Einspeisung.

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Ihre nächsten Schritte

Technische Grundlagen Solar & Wind (Genehmigungsverfahren und Prozesse)
Wärme & Sektorenkopplung (Strom und Wärme zusammendenken)
Rechtliche Grundlagen (Bauleitplanung als Werkzeug)
Wirtschaftlichkeit Strom (was sich wirklich rechnet)

Werkzeuge & Materialien

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