Sie wollen Sonnenstrom ernten? Besonders gut geeignet sind wenig einsehbare, der Straße abgewandte Dachflächen und Nebengebäude. Optische ruhige PV-Module („full black“) in geschlossener Verlegung bringen gestalterisch gute Ergebnisse, aber auch Indach-Lösungen sind oftmals möglich.
Ziel ist es, Erscheinungsbild und Substanz Ihrer historischen Gebäude möglichst wenig zu beeinträchtigen. Haben Sie einen schönen Bau an einer prominenten Lage im historischen Ortskern, können Sie evtl. ein Nebengebäude oder eine rückwärtige Dachfläche verwenden. Eine intakte historische Dachdeckung sollte erhalten bleiben. Lassen Sie gegebenenfalls auch die Statik Ihres Daches überprüfen.
Ist der Standort der Anlage geklärt, beschäftigen Sie sich mit der
Optik. Insbesondere auf einsehbaren Dachflächen sind
geringreflektierende Module ohne sichtbaren Rahmen und Binnengliederung
eine gute Wahl. Sie sollten sich der historischen Dachfläche
unterordnen und Abstand von First, Traufe und Ortgang halten. In
Einzelfällen können auch sogenannte Indach-Photovoltaik geeignet
sein. Sprechen Sie sich frühzeitig mit den Denkmalbehörden ab. Eine
gute Orientierung bietet die Handreichung „Solaranlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden“.
Maßgeschneiderte Lösungen
Fügt sich gestalterisch ein: Farblich angepasste kleinteilige und matte PV-Module auf dem Vordach einer Scheune
PV-Anlage auf einem rückwärtigen Neubau: Der barocke Hauptbau mit seinem Mansarddach wird nicht mit PV-Modulen belegt.
Solaranlage in ruhiger Verlegung auf der Rückseite des Gebäudes mit Abstand zu den Dachrändern
Drei Arten, Solarenergie zu nutzen
Für eine Solaranlage sollte Ihre Dachfläche eine günstige Ausrichtung
haben. Ob und welche Dachflächen sich eignen, können Sie über das Solar-Kataster
Hessen erfahren. Dort erhalten Sie auch eine
Wirtschaftlichkeitsberechnung. Wenn Sie bereits über ein begrüntes Dach
verfügen oder planen, wirkt sich das positiv auf den Ertrag aus: Er
steigt auf Gründächern, da sich aufgrund der niedrigen
Umgebungstemperaturen die PV-Module weniger aufheizen.
Grundsätzlich können Sie drei Arten von Solarenergie nutzen:
Solarthermie liefert warmes Wasser zur Heizungsunterstützung und Frischwassernutzung.
Photovoltaik liefert elektrischen Strom.
Photovoltaik-Thermie (PVT) ist eine Kombination aus Solarthermie und Photovoltaik.
Neben der Wirtschaftlichkeit ist die optische Wirkung einer PV-Anlage
auf einem denkmalgeschützten Haus wichtig. Klären Sie, wie ist es um
die Einsehbarkeit der Dachfläche bestellt ist. Ein Nebengebäude oder
Carport könnte sich gegebenenfalls für den Aufbau einer Solaranlage besser
eignen.
Tipp: Vielleicht gibt es bereits Quartierslösungen oder Sie können mit Nachbarn gemeinsam planen – das spart Kosten.
Broschüre zu Solaranlagen
Sind die Anlagen-Techniken für ein Kulturdenkmal geeignet?
Den eigenen Strom zu produzieren und zu verbrauchen, macht
unabhängiger und ist ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz. Mieterinnen
und Mieter können sich mit einem eigenen Balkonkraftwerk zu einem
kleinen Teil mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgen. Sie können
so aktiv werden und Geld sparen. Diese Mini-PV-Anlagen, auch bekannt als
Plug-in PV oder Stecker-Solaranlagen, werden in der Regel an der
Balkonbrüstung angebracht. Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist zu
beachten, dass die Anbringung dieser Anlagen genehmigungspflichtig ist, und es denkmalverträglicher
Lösungen bedarf. Deshalb sollten sich Mieterinnen und Mieter nicht nur mit ihrer
Vermieterin bzw. ihrem Vermieter und untereinander frühzeitig
verständigen, sondern auch mit der zuständigen Unteren
Denkmalschutzbehörde. Nutzen Sie weniger einsehbare Flächen und verwenden
Sie gering reflektierende, farblich angepasste Module in ruhiger und
unauffälliger Anordnung.
Vorteile:
mit dem eigenen Strom die Stromrechnung um 50 bis 200 Euro pro Jahr senken, auch als Mieter
alle Balkonkraftwerke sind ab 2023 bundesweit von der Mehrwertsteuer befreit
einige hessische Städte zahlen einen Zuschuss. Welche das sind, können Sie über die LEA-Fördermittelauskunft abfragen.