Im mittelhessischen Amöneburg-Rüdigheim entsteht gerade eine dezentrale, bürgereigene Nahwärmeversorgung, die zu 100 % aus regenerativen Energien gespeist wird (88 % Sonnenwärme und 12 % Strom aus regenerativen Quellen).
Hauptwärmequelle des innovativen Konzepts ist ein großes Solarthermiefeld, das fast 18.000 m3 Wasser in einem oberirdischen Saisonspeicher aufheizt. Eine interne Wärmepumpe erhöht die Effizienz des Systems. Der Anschluss der Genossenschaftsmitglieder an das ca. 5.000 m lange Nahwärmenetz erfolgt über eine Hausanschlussstation (HAST), die die Wärme vom Netz auf die Raumheizung und das Trinkwasser der Ein- und Mehrfamilienhäuser überträgt. So werden dann etwa 100 Haushalte versorgt. Baubeginn war im Herbst 2025, die Fertigstellung ist für 2027 geplant.
Das Rüdigheimer Nahwärme-Konzept zeigt, dass eine vollständig regenerative Wärmeversorgung auch ohne Einsatz von Biomasse und mit geringer Belastung der Stromnetze möglich ist. Es soll als Leuchtturmprojekt für die Versorgung ländlicher Gebiete dienen. Darum wird das Fachgebiet Solar- und Anlagentechnik der Universität Kassel das Projekt und die Umsetzung im Rahmen des bundesgeförderten Forschungsvorhabens „ruralHeat: Erneuerbare Wärmenetze für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung ländlicher Siedlungen“ (FKZ 03EN6031) wissenschaftlich begleiten.
Es fühlt sich bis heute alles richtig an. Vor allem jetzt, wo man sieht, wo die Energiepreise hingehen. Man hängt noch vom Markt ab und muss die Energiepreise hinnehmen. Die Solar 100 Lösung ermöglicht es uns, vollständig unabhängig von den Energiepreisen zu werden.
Alfred RiehlVorstand Sonnenwärme Rüdigheim eG