Handreichung „Gute Konzepte in der Bauleitplanung"
Wie Kommunen Energieprojekte rechtssicher und konzeptionell stark in die Bauleitplanung integrieren – mit konkreten Beispielen aus der Praxis.

Sie müssen keine Fachplanerin oder kein Fachplaner sein, um mitzuentscheiden. Aber ein paar technische Grundlagen helfen, Projektierer auf Augenhöhe zu treffen und die richtigen Fragen zu stellen.
Nachdem die rechtlichen Grundlagen geklärt sind, geht es im nächsten Schritt darum, geeignete Flächen für Windenergie oder Freiflächen-Photovoltaik zu identifizieren. Ziel ist zunächst keine endgültige Standortentscheidung, sondern eine belastbare Potenzialanalyse: Welche Flächen kommen grundsätzlich infrage und welche Rahmenbedingungen sind zu beachten?
Eine systematische Flächenanalyse schafft Transparenz, erleichtert politische Entscheidungen und stärkt die Verhandlungsposition der Kommune gegenüber Projektierenden. Sie bildet die Grundlage für die anschließende kommunale Flächensteuerung.
Je besser die Kommune ihre eigenen Potenziale kennt, desto selbstbewusster kann sie mit Projektierenden, Grundstückseigentümerinnen und Grundstückseigentümern sowie politischen Gremien verhandeln.
Die Identifikation geeigneter Flächen folgt bei Windenergie und Freiflächen-Photovoltaik demselben Grundprinzip. Zwar unterscheiden sich beide Technologien in ihren Anforderungen und ihrem weiteren Planungsweg, die Vorgehensweise bei der Potenzialanalyse ist jedoch identisch.

Für kommunale Entscheidungen genügt es, einige grundlegende Orientierungswerte zu kennen.
Moderne Windenergieanlagen erreichen heute Leistungen von etwa 5 bis 7 MW. Je nach Standort erzeugt eine Anlage jährlich rund 15 bis 20 Millionen kWh Strom und kann je nach Stromverbrauch rechnerisch mehrere tausend Haushalte versorgen. Entscheidend für den Ertrag ist vor allem die Windhöffigkeit.
Freiflächen-Photovoltaikanlagen erreichen als Faustregel etwa 1 MWp installierte Leistung je Hektar. Agri-PV ermöglicht dabei eine gleichzeitige landwirtschaftliche Nutzung der Flächen und kann die Flächenkonkurrenz reduzieren.
Diese Kennzahlen helfen dabei, die Größenordnung möglicher Projekte besser einzuordnen.
Merksatz: Eine gute Fläche allein macht noch kein wirtschaftliches Projekt. Entscheidend ist auch, wie der erzeugte Strom genutzt oder vermarktet werden kann.
Folgende Fragen sind dabei besonders wichtig:
Diese Aspekte haben häufig einen größeren Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit eines Projekts als kleine Unterschiede beim Stromertrag.
Die Kommune muss keine technischen Detailplanungen erstellen. Sie sollte jedoch die richtigen Fragen stellen können.
Eine gute Gesprächsgrundlage bieten beispielsweise folgende Fragen:
Für die Potenzialanalyse stehen verschiedene Informationsquellen und digitale Werkzeuge zur Verfügung:
Sie unterstützen die erste Flächenbewertung und schaffen eine fundierte Datengrundlage für kommunale Entscheidungen.
Die Potenzialanalyse zeigt, welche Flächen grundsätzlich geeignet sind. Im nächsten Schritt entscheidet die Kommune, welche Standorte sie tatsächlich entwickeln möchte und mit welchen Instrumenten sie diese steuert. Dazu gehören unter anderem Kriterienkataloge, kommunales Flächenpooling, Bauleitplanung sowie die Entwicklung eines kommunalen Energiekonzepts.
Windenergie und Freiflächen-PV unterscheiden sich vor allem in den Bewertungskriterien und im weiteren Planungsweg. Die grundlegende Vorgehensweise bei der Flächenidentifikation ist jedoch identisch.
Wir unterstützen Kommunen bei der strategischen Ausrichtung ihrer Energieprojekte – mit Workshops, Werkstattgesprächen und individueller Beratung, passend zum jeweiligen Stand der Kommune. Kostenfrei und unabhängig.

Projektleitung Beratung zu Erneuerbarer Energieerzeugung

Projektleitung Beschleunigung des Ausbaus von erneuerbaren Energien in Kommunen

Beratung zu Erneuerbarer Energieerzeugung / Erneuerbare Energietechnologien und Systemtransformation

Beratung zu Erneuerbarer Energieerzeugung / Regionalberaterin Energie und Klimaschutz Kassel