Wirtschaftlichkeit Strom

Wie rechnen sich Wind- und Solarprojekte und welche Hebel verbessern das wirtschaftliche Ergebnis für Ihre Kommune? 

Mit sinkenden EEG-Vergütungen verliert die klassische Netzeinspeisung für viele kommunale Erneuerbare-Energien-Projekte an Attraktivität. Um lokal erzeugten Strom wirtschaftlicher zu nutzen und die Wertschöpfung vor Ort zu stärken, kommen alternative Vermarktungs- und Versorgungsmodelle infrage. Dazu zählen die Direktvermarktung, langfristige PPA-Verträge und unmittelbare Belieferung benachbarter Verbraucher über eine Direktleitung ebenso wie Energy Sharing und kommunale oder regionale Bilanzkreismodelle. 

Alternativen zur Netzeinspeisung

  • Direktvermarktung: Strom wird über einen Direktvermarkter an der Börse verkauft. Marktprämie gleicht Differenz zum anzulegenden Wert aus. Mehrerlöse von 3–5 % gegenüber fester Vergütung möglich.
  • PPA (Power Purchase Agreement): Langfristiger Stromliefervertrag mit einem Großabnehmer. Planbare Erlöse über 10–20 Jahre, unabhängig vom EEGStromabnahme: PPA & Energy Sharing
  • Direktbelieferung über Direktleitung: Höchster Mehrwert — netzentgeltbefreit, günstiger Preis für lokalen Abnehmer, stabiler Erlös für Erzeuger. Stromnetze, Speicher & Direktleitung
  • Speichervermarktung: Erlöse aus Regelenergie und Arbitrage (günstig speichern, teuer einspeisen).

Die Hebel, durchgerechnet

Warum sich das Gesamtkonzept rechnet, lässt sich beziffern. Vier Hebel wirken auf verschiedene Kostenblöcke gleichzeitig — keiner allein trägt, erst der Verbund:

HebelMechanikGrößenordnung (Modellrechnung)
KapitalkostenKommunalkredit (~3–4 %) statt externer Eigenkapitalrendite (7–10 %); Wind und PV bestehen zu ~80–90 % aus KapitalkostenStrom rund 20–30 % günstiger — das WIBank-Nachrangkapital verstärkt den Effekt
Wärmepumpen-Hebel (COP)1 kWh lokaler Strom wird zu 3–4 kWh WärmeWärme-Energiekosten ~2 ct/kWh (lokaler Strom) statt ~8 (Netzstrom) oder ~10 (Gas, steigend)
Wärmepreis voll (LCOH)Der Netzinvest dominiert — wird aber von der billigen Energieseite getragen~11 ct/kWh, stabil. Mit Netzstrom statt lokalem Konzept ~16 — dann nicht tragbar; Gas ~11→15, steigend
Doppelnutzen DirektstromStrom an einen lokalen Betrieb statt in die EinspeisungBetrieb spart ~12 ct/kWh, das Projekt verdient ~7 ct/kWh mehr als über das EEG

Die zentrale Aussage

Trotz hoher Netzinvestition bleibt der Wärmepreis niedrig und auskömmlich — weil die Energieseite aus lokalem Strom fast nichts kostet und nicht mit dem CO₂-Preis steigt. Ohne dieses Konzept lässt sich die Wärmewende wirtschaftlich kaum darstellen. Der Netzinvest ist also kein Gegenargument, sondern tragbar gemacht durch die günstige Energie.

Interaktive Kalkulationshilfe

Diese Größenordnungen lassen sich in der begleitenden Kalkulationshilfe „Das Strom-Wärme-Gesamtkonzept" mit eigenen Annahmen durchrechnen — Stromgestehung (WACC), Wärmepreis inklusive Netzinvest und Speicher, Doppelnutzen und regionale Wertschöpfung. Es handelt sich um Modellrechnungen zur Veranschaulichung der Hebel, nicht um eine projektbezogene Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Persönliche Beratung

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