
Christopher Lüning
Projektleitung Beratung zu Erneuerbarer Energieerzeugung
Wie rechnen sich Wind- und Solarprojekte und welche Hebel verbessern das wirtschaftliche Ergebnis für Ihre Kommune?
Mit sinkenden EEG-Vergütungen verliert die klassische Netzeinspeisung für viele kommunale Erneuerbare-Energien-Projekte an Attraktivität. Um lokal erzeugten Strom wirtschaftlicher zu nutzen und die Wertschöpfung vor Ort zu stärken, kommen alternative Vermarktungs- und Versorgungsmodelle infrage. Dazu zählen die Direktvermarktung, langfristige PPA-Verträge und unmittelbare Belieferung benachbarter Verbraucher über eine Direktleitung ebenso wie Energy Sharing und kommunale oder regionale Bilanzkreismodelle.
Warum sich das Gesamtkonzept rechnet, lässt sich beziffern. Vier Hebel wirken auf verschiedene Kostenblöcke gleichzeitig — keiner allein trägt, erst der Verbund:
| Hebel | Mechanik | Größenordnung (Modellrechnung) |
|---|---|---|
| Kapitalkosten | Kommunalkredit (~3–4 %) statt externer Eigenkapitalrendite (7–10 %); Wind und PV bestehen zu ~80–90 % aus Kapitalkosten | Strom rund 20–30 % günstiger — das WIBank-Nachrangkapital verstärkt den Effekt |
| Wärmepumpen-Hebel (COP) | 1 kWh lokaler Strom wird zu 3–4 kWh Wärme | Wärme-Energiekosten ~2 ct/kWh (lokaler Strom) statt ~8 (Netzstrom) oder ~10 (Gas, steigend) |
| Wärmepreis voll (LCOH) | Der Netzinvest dominiert — wird aber von der billigen Energieseite getragen | ~11 ct/kWh, stabil. Mit Netzstrom statt lokalem Konzept ~16 — dann nicht tragbar; Gas ~11→15, steigend |
| Doppelnutzen Direktstrom | Strom an einen lokalen Betrieb statt in die Einspeisung | Betrieb spart ~12 ct/kWh, das Projekt verdient ~7 ct/kWh mehr als über das EEG |
Trotz hoher Netzinvestition bleibt der Wärmepreis niedrig und auskömmlich — weil die Energieseite aus lokalem Strom fast nichts kostet und nicht mit dem CO₂-Preis steigt. Ohne dieses Konzept lässt sich die Wärmewende wirtschaftlich kaum darstellen. Der Netzinvest ist also kein Gegenargument, sondern tragbar gemacht durch die günstige Energie.
Diese Größenordnungen lassen sich in der begleitenden Kalkulationshilfe „Das Strom-Wärme-Gesamtkonzept" mit eigenen Annahmen durchrechnen — Stromgestehung (WACC), Wärmepreis inklusive Netzinvest und Speicher, Doppelnutzen und regionale Wertschöpfung. Es handelt sich um Modellrechnungen zur Veranschaulichung der Hebel, nicht um eine projektbezogene Wirtschaftlichkeitsberechnung.
Sie wünschen sich persönliche Begleitung? Wir beraten Sie gern – kostenlos und unabhängig, passgenau für Ihre Kommune.

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