Stadtansicht in der unteren Rhein Region von Deutschland, Siedlung von Mehrfamilienhäusern aus der Vogelperspektive.
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Wärme und Strom.Erst zusammen wirtschaftlich.

Manche Kommunen starten mit der kommunalen Wärmeplanung und fragen sich: Woher kommt die Energie für unser Wärmenetz? Andere beginnen mit einem Wind- oder Solarprojekt und fragen sich: Wie lässt sich der Strom sinnvoll vor Ort nutzen?

Beide Wege führen zur gleichen Erkenntnis: Strom und Wärme müssen zusammengedacht werden. Die kommunale Wärmeplanung zeigt zwar, wo Wärme gebraucht wird, sie baut aber keine Netze und kauft keinen Strom. Gleichzeitig stehen Stromprojekte unter Druck: Sinkende Erneuerbare-Energien-Gesetz-Zuschläge machen die reine Einspeisung weniger rentabel. Die Lösung: Strom und Wärme zusammenbringen. Beide Seiten profitieren und die Kommune hat den Hebel.

Auch große Stromverbraucher wie Rechenzentren gehören in dieses Bild: Sie sind ab 2027 zur vollständigen Grünstromversorgung verpflichtet und müssen ihre Abwärme nutzbar machen – ein doppelter Anknüpfungspunkt für die Sektorenkopplung. Mehr dazu auf der Themenseite Rechenzentren.

Hinweis: Diese Seite konzentriert sich auf die Kopplung von Strom und Wärme auf kommunaler Ebene, insbesondere über Direktleitung und Energiefonds. Einen breiteren Überblick über Sektorenkopplung – etwa Kraft-Wärme-Kopplung oder Power-to-Gas – finden Sie auf unserer Themenseite Sektorenkopplung.

Datengrundlage: Wärmeatlas Hessen

Der kostenfreie Wärmeatlas Hessen zeigt den Wärmebedarf für Raumwärme und Warmwasser – vom Straßenzug bis zur ganzen Kommune. Für die Sektorenkopplung entscheidend: Er verortet auch lokale Wärmequellen, aktuell industrielle Abwärme und Abwasserwärme aus Kläranlagen; weitere Quellen wie Rechenzentren oder Geothermie werden schrittweise ergänzt.

→ Zum Wärmeatlas Hessen

Die zwei Wege zur Sektorenkopplung

Sie kommen über die Wärmeplanung

Sie kommen über ein Stromprojekt

Ihr Wärmeplan zeigt den Bedarf, aber noch nicht die Energiequelle.Sie erzeugen Strom, aber wie bleibt die Wertschöpfung vor Ort?
Der nächste Schritt: lokalen Strom mit der Wärmeversorgung verbinden.Der nächste Schritt: den Strom lokal nutzen statt nur einzuspeisen.


Die Lösung ist in beiden Fällen dieselbe, und die zwei Instrumente dafür stellen wir Ihnen jetzt vor.

Die zwei Instrumente: Wie die Verbindung konkret funktioniert

Je nach lokalen Gegebenheiten gibt es zwei Ansätze, die sich auch kombinieren lassen:

Mehrere Windräder im Gegenlicht.
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A · Physische Sektorenkopplung: Direktleitung

Eine Direktleitung verbindet einen Wind- oder Solarpark mit einer Großwärmepumpe als Heizzentrale. Der Strom wird direkt genutzt, die Wärme über ein Nahwärmenetz verteilt.

Vorteile:

  • geringere Wärmegestehungskosten
  • stabile Einnahmen für die Betreiberin oder den Betreiber
Ein Bild zum Rückblick auf das Städteforum.
© LEA Hessen

B · Finanzielle Sektorenkopplung: Energiefonds

Wenn eine Direktleitung technisch oder rechtlich nicht umsetzbar ist – etwa wegen zu großer Distanz zwischen Erzeugungsanlage und Wärmenetz – oder ergänzend dazu – kann ein kommunaler Energiefonds aufgebaut werden.

Die Strombetreibergesellschaft zahlt in den Energiefonds ein, der zweckgebunden für Wärmeprojekte eingesetzt wird, z. B. für:

  • Großwärmepumpen
  • Wärmenetze
  • Austausch fossiler Heizungen
  • Förderung von Wärmepumpen in Privathaushalten

Neben Direktleitung und Energiefonds bleibt auch die klassische Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) eine geförderte Option – etwa wenn Strom und Wärme direkt am selben Standort erzeugt werden sollen. Mehr dazu auf unserer Themenseite Sektorenkopplung.

Rechtliche Grundlagen

Nicht nur Wärmenetze: Dezentrale Lösungen mitdenken

Nicht jedes Gebiet eignet sich für ein zentrales Wärmenetz. In locker bebauten Gebieten sind dezentrale Lösungen oft wirtschaftlicher – und können dennoch von lokaler Stromerzeugung profitieren:

Günstige WärmepumpenstromtarifeAus der lokalen Erzeugung (Direktleitung oder On-Site-PPA, siehe oben) können spezielle Stromtarife für Wärmepumpenbesitzer angeboten werden — deutlich günstiger als der Netzbezug.
HandwerkerallianzLokale Handwerksbetriebe bündeln sich zu einer Installations-Allianz. Faire, standardisierte Angebote für Wärmepumpen — koordiniert von der Kommune oder dem Partner, mit Qualitätssicherung.
Investitionszuschüsse aus dem EnergiefondsAus der finanziellen Sektorenkopplung (Bodenwertabschöpfung) können Zuschüsse für den Einbau von Wärmepumpen in Privathaushalten finanziert werden — insbesondere dort, wo kein Wärmenetz kommt.

Vom Einzelprojekt zum integrierten Konzept

Früher wurden Strom, Wärme, Speicher und lokale Akteure meist getrennt betrachtet. In einem integrierten Ansatz greifen diese Bausteine ineinander:

  • erneuerbarer Strom versorgt Wärmepumpen
  • Wärme wird in Netzen verteilt
  • Speicher gleichen Schwankungen aus
  • lokale Betriebe werden eingebunden

Ergebnis: höhere Wirtschaftlichkeit, günstigere Energie für Bürgerinnen und Bürger und regionale Wertschöpfung die vor Ort bleibt.

Das ist keine Vision, solche Projekte werden bereits in Hessen umgesetzt. Die Gemeinde Breuna zeigt wie es geht: 11 Windenergieanlagen, ein ortsteilübergreifendes Wärmenetz und eigene Gemeindewerke als Betreiberin. In Wettesingen werden bereits über 225 Haushalte zu 100 % erneuerbar versorgt.

Werkzeuge & Materialien

Persönliche Beratung

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