Aktuell: Förderung & Zuschlagswerte Wind und PV

Für Pacht-, Beteiligungs- und Konzeptverhandlungen ist entscheidend, welche Vergütung ein Projekt überhaupt erzielen kann. Sie ergibt sich aus den EEG-Ausschreibungen — und der Trend ist eindeutig: Die Zuschlagswerte sinken, der Wettbewerb steigt. Das verschiebt Verhandlungsspielräume und macht überhöhte Pachtversprechen zunehmend unrealistisch.

Hinweis zu aktuellen Zahlenwerten

Höchstwerte werden jährlich von der Bundesnetzagentur festgelegt, Zuschlagswerte ändern sich mit jeder Ausschreibungsrunde (Wind: viermal, Solar mehrmals jährlich). Die folgenden Werte sind der Stand Frühjahr 2026 — für die Wirtschaftlichkeitsrechnung eines konkreten Projekts ist die jeweils jüngste Runde zu prüfen.

Wer muss in die Ausschreibung?

AnlagentypAusschreibungspflichtUnterhalb der Schwelle
Wind an LandPraktisch alle Projekte (> 1 MW)
PV-Freiflächeab 1 MWpfeste Einspeisevergütung / Marktprämie
PV-Dach / Lärmschutzwandab 1 MWp (2. Segment)feste Vergütungssätze nach EEG

Wer nicht ausschreiben muss (z. B. Bürgerenergie-, Dach- oder kleinere Freiflächenanlagen), erhält den „anzulegenden Wert" — bei größeren förderfähigen Anlagen abgeleitet aus den Zuschlägen des Vorjahres (§ 48 EEG). Die Ausschreibungswerte sind damit auch für nicht ausschreibungspflichtige Anlagen der Maßstab.


Höchstwerte 2026 (Gebotsobergrenze)

SegmentHöchstwert 2026Vorjahr
Wind an Land7,25 ct/kWh (−1,36 %)7,35 ct/kWh
PV-Freifläche (1. Segment)gesetzlicher Höchstwert, gleitend aus den letzten drei Runden (zuletzt ~5,8 ct/kWh)
PV-Dach / Lärmschutzwand (2. Segment)10,00 ct/kWh10,40 ct/kWh
Innovationsausschreibung7,13 ct/kWhunverändert


Der Höchstwert beim Wind ist ein Referenzwert für den Standardstandort: Über das Referenzertragsmodell wird der individuelle Anspruch je nach Standortgüte mit einem Korrekturfaktor auf- oder abgewertet. Schwächere Standorte erhalten einen Zuschlag, sehr gute einen Abschlag.


Tatsächliche Zuschlagswerte (jüngste Runden)

SegmentØ mengengewichteter ZuschlagSpanneRunde
Wind an Land5,54 ct/kWhTrend 6,83 → 6,57 → 6,06 → 5,54 (Mai 25 → Feb 26)Februar 2026
PV-Freifläche4,94 ct/kWh3,99 – 5,10 ct/kWhMärz 2026
PV-Dach / Lärmschutzwand9,56 ct/kWh7,88 – 10,00 ct/kWhFebruar 2026

Der Wind-Zuschlag von 5,54 ct/kWh (Februar 2026) ist der niedrigste Wert seit 2018 und liegt klar unter dem Höchstwert — Folge von sieben überzeichneten Runden in Folge. PV-Freifläche ist mit knapp 5 ct/kWh die günstigste Erzeugung überhaupt. PV-Dachanlagen liegen deutlich höher (knapp 9,6 ct/kWh) und waren zuletzt sogar unterzeichnet — hier ist der Wettbewerb schwächer und der Spielraum größer.

Was das für die Kommune heißt

  • Überhöhte Pachtversprechen sind ein Warnsignal. Wenn Zuschlagswerte sinken, schrumpft der Spielraum für Pacht. Wer trotzdem Spitzenpachten verspricht, kalkuliert riskant — oder hält es später nicht. Das stützt die Linie „Konzept statt Höchstpacht".
  • Die Verhandlungsmacht verschiebt sich zur Kommune. Sinkende Renditen erhöhen den Wert einer guten, gesicherten Fläche und eines tragfähigen Gesamtkonzepts — genau der Hebel des Kompass.
  • PV-Freifläche ist der Kosten-Anker. Mit ~5 ct/kWh das günstigste Standbein eines integrierten Konzepts — ideal für Direktversorgung und Sektorenkopplung.
  • Die Förderlandschaft ändert sich ab 2027. Die beihilferechtliche Genehmigung des aktuellen EEG-Förderinstruments läuft Ende 2026 aus; ein neuer Investitionsrahmen (CfD/Flexibilität) ist in Vorbereitung. Langfristige Projekte sollten diesen Übergang einkalkulieren — Details im Baustein EEG 2027 — aktueller Stand.

Drei Sätze für die Praxis

  1. Die erzielbare Vergütung ist gedeckelt und sinkt — Wirtschaftlichkeit entsteht über Konzept und Sektorenkopplung, nicht über die Pachthöhe.
  2. Eine gesicherte, gut erschlossene Fläche ist bei sinkenden Renditen mehr wert denn je.
  3. Vor jeder Verhandlung die jüngste Ausschreibungsrunde prüfen — die Werte bewegen sich quartalsweise.

Zusammenfassung „Förderung & Zuschlagswerte"

Kompakte Übersicht der aktuellen Höchst- und Zuschlagswerte als Download für Verhandlungen und Gremien. Wird mit jeder relevanten Ausschreibungsrunde aktualisiert.

Quellen: Bundesnetzagentur (Ausschreibungsergebnisse und Höchstwert-Festlegungen 2026), Branchenverbände BWE/BDEW/BSW. Werte gerundet, Stand der jeweils letzten veröffentlichten Runde im Frühjahr 2026.

Stand: Juni 2026

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