Windenergieanlagen in Vogelperspektive
© Michael Mayers auf unsplash.de

Energiewende-Kompass Hessen

Für alle, die kommunale Energieprojekte voranbringen wollen.

Heute läuft es häufig so: Windprojekte hier, Solaranlagen dort, die kommunale Wärmeplanung als Pflichtaufgabe, Projektierende sichern sich Flächen – oft, ohne die Kommune einzubinden. Die Kommune reagiert auf einzelne Vorhaben, sie vergibt damit ihre Gestaltungsmöglichkeiten. Projekte entstehen nebeneinander, statt auf die Ziele und Bedürfnisse der Kommune einzuzahlen.

Es geht auch anders! Kommunen können Energieprojekte stärker in ihrem Sinne gestalten, indem sie

  • die Möglichkeiten kennen und eigene Ziele definieren,
  • den Strom- und Wärmesektor zusammendenken,
  • die Interessen lokaler Unternehmen an günstiger, verlässlicher Energie berücksichtigen,
  • die richtigen Partner suchen,
  • vorhandene Steuerungshebel und Handlungsspielräume nutzen.

Dabei sind die Flächen vor Ort ein entscheidender Schlüssel. Wer ihre Entwicklung frühzeitig mitdenkt und die eigenen Einflussmöglichkeiten kennt, kann wichtige Weichen für die Energieunabhängigkeit und die Wertschöpfung vor Ort stellen.

Was bietet Ihnen der Kompass?

Der Kompass gibt Antworten auf Ihre vier wichtigsten Fragen: Wo wollen wir hin? Wie steuern wir besser? Wie profitieren wir? Und wie nehmen wir alle mit? Für jeden Bereich finden Sie konkrete Handlungsempfehlungen, Werkzeuge und Praxisbeispiele.

  • Ziele & Strategie

    Eigene Position klären, bevor andere entscheiden. Dieses Kapitel hilft, Strom, Wärme und lokale Wirtschaft zu einer schlüssigen Strategie zu verbinden.

    • Strom & Wärme strategisch denken
    • Rolle der Kommune klären

    Ziele & Strategie
  • Planung & Umsetzung

    Dieses Kapitel zeigt, wo Kommunen wirklich Einfluss haben – in Planung, Flächennutzung und Umsetzung – und wie sie diese Spielräume gezielt nutzen.

    • Flächen identifizieren & steuern
    • Projektiererauswahl & Speicher

    Planung & Umsetzung
  • Finanzierung & Wirtschaftlichkeit

    Was bringt es für Kommune, Betriebe und Bürger? Dieses Kapitel zeigt, wie finanzielle Vorteile gesichert werden und Wertschöpfung in der Region bleibt.

    • Wirtschaftlichkeit Strom & Wärme
    • Wertschöpfung & Beteiligung

    Finanzierung & Wirtschaftlichkeit
  • Akzeptanz & Dialog

    Vertrauen ist eine wichtige Grundlage für tragfähige Projekte. Dieses Kapitel zeigt, wie Sie Gemeindevertretung/ Stadtverordnetenversammlung und Bürgerschaft mitnehmen und Konflikte früh erkennen und konstruktiv bearbeiten.

    • Politische Kommunikation
    • Bürgerkommunikation & Beteiligung

    Akzeptanz & Dialog

Ausgangslage: Wo stehen Sie gerade?

Sechs typische Ausgangssituationen

Aus der kommunalen Praxis:

  • Lichtenfels – Ein Flächenpool in einem Wochenende

    Mehrere Windräder im Gegenlicht.
    © iStock/jotily

    Typische Herausforderung: viele private Eigentümerinnen und Eigentümer, unterschiedliche Interessen, keine gemeinsame Verhandlungsbasis.

    Die Lösung: Ein Flächenpool der über 40 private Eigentümerinnen und Eigentümer, HessenForst und die Waldecksche Landesstiftung zusammenbringt – mit einem Poolvertrag, einer Duldungsvereinbarung und einem 75-Prozent-Stimmrecht-Quorum. Der Bürgertarif als Anreiz für die Eigentümerinnen und Eigentümer war ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz.

  • Marburg – Windstrom sichert Industriestandort

    Luftbild von Marburg mit Großanlage für oberflächennahe Geothermie.
    © adobestock/David Brown

    Die Stadtwerke Marburg – zu 100 % kommunal – planen sieben Windenergieanlagen auf den Lahnbergen.

    Das Besondere: Der Windstrom fließt über Direktleitungen direkt zu großen Abnehmern wie dem Pharmastandort. Günstige, planbare Energiekosten sichern die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe – und damit Arbeitsplätze in der Region. Gleichzeitig erzielen die Stadtwerke über die Direktbelieferung stabilere Erlöse als über die reine Netzeinspeisung.

  • Breuna – Vom Windpark zur Vollversorgung

    Windräder, Strom-Überlandleitungsmasten und Solarkollektoren vor untergehender Sonne.
    © AdobeStock/lovelyday12

    Energiewende von Anfang an als Gesamtkonzept gedacht: 11 genehmigte Windenergieanlagen, eine Agri-PV-Anlage, ein ortsteilübergreifendes Wärmenetz mit Großwärmepumpe und Direktleitung und eigene Gemeindewerke als Betreiberin.

    Die Gemeindewerke geben der Kommune die Kontrolle über Preise, Einnahmen und Konzept. Das ist der Unterschied zwischen Flächenverpächterin und Gestalterin.

Unsere meistgenutzten Werkzeuge auf einen Blick

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