Wasserstoff als Treiber für Hessen

Rund 300 Expertinnen und Experten diskutieren beim Brennstoffzellenforum Hessen 2022

Wie errichtet man dezentral eine Wasserstoffinfrastruktur in der Fläche und welche Herausforderungen gilt es bei der Planung und Genehmigung zu umschiffen? Was sind aktuelle Entwicklungen beim Aufbau von Wasserstoffnetzen und welche Chancen bieten sich? Zu diesen und weiteren Fragen tauschen sich beim heutigen Brennstoffzellenforum Hessen im Industriepark Höchst rund 300 Akteure und Akteurinnen aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung aus.

„Wasserstoff kann durch seinen vielseitigen Einsatz zur Dekarbonisierung vieler Sektoren beitragen. In der Mobilität wird ihm großes Potential im Schwerlastverkehr oder als Treibstoff für Flugzeuge zugeschrieben. Aktuell rücken insbesondere die Potenziale zur Dekarbonisierung der Industrie in den Fokus, wo Wasserstoff in bestimmten Anwendungen ein Substitut für Erdgas sein kann.“, so LEA Hessen Geschäftsführer Karsten McGovern.

Das Wasserstoffnetz kommt – schon 2030!

Ein zentraler Gesprächspunkt beim Brennstoffzellenforum Hessen waren daher die Pläne zur Errichtung eines „Hydrogen Backbone“ in Deutschland und den Implikationen für Hessen. So zeichnet sich ab, dass ein solches überregionales Netz Teile Hessens bereits 2030 erreichen wird. Derzeit spricht die LEA Hessen mit Verteilnetzbetreibern, zunächst mit Fokus auf Rhein-Main und angrenzende Regionen, um festzustellen, was die Auswirkungen auf die regionale Ebene sind und wie weit die Planungsstände sind. Dabei zeigt sich: Der parallele Aufbau eines Wasserstoff-Regionalnetzes ist wichtig, um die Verbindung zwischen den Netzebenen zu schaffen. Diese Entwicklungen wurden auch auf der Podiumsdiskussion begrüßt und zugleich betont, dass die sich daraus bietenden Chancen für eine Dekarbonisierung von Netzen und Prozessen zügig und entschlossen ergriffen werden müssten. Für Unternehmen heißt das konkret: Jetzt ist die Zeit, mit dem jeweiligen Energieversorger zu sprechen und den potenziellen Bedarf an Wasserstoff aufzuzeigen und somit die Planungen zur Schaffung einer adäquaten Infrastruktur zu unterstützen.

Die Landesstelle Wasserstoff unterstützt diesen Prozess zur Bedarfsmeldung mit einem eigens eingerichteten Online-Tool auf der LEA-Homepage. Dazu Oliver Eich, Leiter der Landesstelle Wasserstoff: „Potenzielle Abnehmer für Wasserstoff, aber auch Erzeuger, sind eingeladen, ihre absehbaren Bedarfe bzw. das Angebot einzutragen, bei Bedarf auch anonymisiert. Somit können die zu erwartenden Mengengerüste für die beteiligten Akteure transparent gemacht werden, um einen effizienten Netzausbau zu unterstützen. Mit Blick auf die hohe Entwicklungsdynamik wird die Abfrage dauerhaft angelegt.“

Bereits auf gutem Weg

Staatssekretär Jens Deutschendorf sprach sich beim Brennstoffzellenforum für einen integrierten Prozess aus: „Um die Entwicklung der Wasserstofftechnologie voranzutreiben, können wir nicht warten, bis ein Versorgungsnetz aufgebaut ist. Wir brauchen deshalb dezentrale Projekte und werden sie unterstützen. Gleichzeitig müssen wir gemeinsam daran arbeiten, dass Hessen an die entstehenden Verteilstrukturen angebunden wird.“ Bereits laufende Projekte in Hessen zeigen: Hessen ist auf dem Gebiet Wasserstoff bereits gut unterwegs. So starten im Dezember dieses Jahres etwa die Wasserstoffnahverkehrszüge für das Taunusnetz – mit 27 Nahverkehrszügen mit Wasserstoff-Brennstoffzellenantrieb die derzeit weltgrößte Flotte. Im Industriepark Höchst entsteht dazu eine der weltweiten ersten Wasserstoff-Zugtankstellen zur Versorgung der Züge, eine echte Pionierleistung. Ebenfalls Strahlkraft besitzt die Errichtung einer Pilotanlage für die Produktion nachhaltiger synthetischer Kraftstoffe für den Luftverkehr (eFuels), mit der Hessen die Entwicklung auf diesem Gebiet anreizt und beschleunigt.

Veranstalter

LEA LandesEnergieAgentur Hessen

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Caroline Schäfer

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Frauke Hieß

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