„Sonne ernten“ – neue Möglichkeiten für Landwirtinnen und Landwirte

Online-Konferenz zu Chancen und Herausforderungen von Photovoltaik auf landwirtschaftlichen Flächen

„Agri-Photovoltaik bietet den Landwirtinnen und Landwirten ein hohes Potenzial, um ihr Geschäftsfeld zu erweitern“, sagt Karsten McGovern, Geschäftsführer der LEA Hessen. Das ist auch die Botschaft der Online-Konferenz „Agri-Photovoltaik – Chance und Herausforderung für die Landwirtschaft“, die vergangene Woche stattgefunden hat. Insgesamt sechs Referentinnen und Referenten beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Sichtweisen und stellten sich in der Diskussion offenen Fragen.

Landwirtschaftliche Flächen doppelt nutzen

Bei Agri-Photovoltaik werden die Anlagen vertikal – als Zaun – oder horizontal erhöht in Form eines Bedachungssystems aufgebaut. So kann die darunter liegende Fläche weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden. Ute Zimmermann von der Energieagentur Rheinland-Pfalz über die Vorteile: „Eine PV-Anlage als Überdachungsversion bietet dem darunter befindlichen Gut, etwa Gemüse, Salat, oder Obst, Schutz vor Extremwetterereignissen. Also zum Beispiel vor Hagel, Starkregen oder extrem hoher Sonneneinstrahlung. Der produzierte Strom kann vor allem vor Ort genutzt werden, beispielsweise für Bewässerungssysteme oder Erntemaschinen. Der Überschussstrom kann gespeichert oder gewinnbringend vermarktet werden.“

Die Teilnehmenden erfuhren außerdem, wie Agri-Photovoltaik in Rheinland-Pfalz sowie in anderen Bundesländern eingesetzt wird. Zudem wurde gezeigt, welche rechtlichen Vorgaben es gibt, wie sich Freiflächen-Solaranlagen mit Naturschutz vereinbaren lassen und welche Technologien zum Einsatz kommen können.

Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft berücksichtigen

Potenzielle Anwendende von Agri-Photovoltaik sind Landwirtinnen und Landwirte. „In ihnen sehen wir wichtige Verbündete für die Energiewende. Sie sind es gewohnt, in neue Techniken zu investieren und viele haben bereits Erfahrungen mit PV-Anlagen auf ihren Scheunen und Stallungen“, so Karsten McGovern.

Florian Dangel, Vertreter des hessischen Bauernverbands, brachte die Sicht der Landwirtinnen und Landwirte mit ein: „Standard Freiflächen-PV ist auf Grund der Flächenrelevanz eher negativ besetzt, das ist die einhellige Sichtweise der Landwirtinnen und Landwirte. Agri-Photovoltaik dagegen ist unter bestimmten Voraussetzungen eher positiv besetzt.“

Um die Ziele der Energie- und Wärmewende erreichen zu können, reichen Photovoltaik-Anlagen auf Dachflächen alleine nicht aus. Daher gewinnt die Nutzung von Freiflächen zur Erzeugung von grünem Strom mehr und mehr an Bedeutung. Insgesamt profitierten über 70 Teilnehmende, darunter Klimaschutzbeauftragte, Energieberater, Vertreter der landwirtschaftlichen Verbände sowie weitere Vertreter der hessischen Landkreise und Regierungspräsidien, von den Erfahrungen und Tipps der Expertinnen und Experten.

Die Online-Konferenz setzte die Veranstaltungsreihe der Arbeitsgemeinschaft „APV – Südgürtel Deutschland“ fort. In der Arbeitsgemeinschaft vernetzen sich Vertreterinnen und Vertreter aus dem Energiebereich aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, dem Saarland und Bayern. Die nächste Veranstaltung in dieser Reihe findet am 22.06.2022 im Saarland und am 23.06.2022 in Rheinland-Pfalz statt.

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Andreas Wöll

Andreas Wöll

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Stephanie Ley

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