„Ja“ zur Energiewende, aber nicht vor unserer Haustür?

Hessische Schülerinnen und Schüler diskutieren zum Stromnetzausbau

Junge Leute sitzen um einen Tisch mit Papieren.
© Pixabay

Erneuerbare Energie, Artenschutz, Arbeitsplätze – die Energiewende berührt viele Aspekte unseres täglichen Lebens, doch die Meinungen zu ihrer Wirkung und Umsetzbarkeit gehen weit auseinander. Einen Einblick in die politische und gesellschaftliche Komplexität der Energiewende bekommen heute 48 Schülerinnen und Schüler der Alten Landesschule in Korbach. Für einen Tag versetzen sie sich in die Rollen der Hessischen Landesregierung, kommunaler Politiker, eines Übertragungsnetzbetreibers, Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen und diskutieren über den Ausbau der Stromnetze. Der Ausbau der Stromnetze ist wichtig, um Strom aus erneuerbaren Energien aus dem windreichen Norddeutschland zu den industriellen Zentren in Süddeutschland zu bringen, denn schon im Jahr 2050 möchte Deutschland mindestens 80 Prozent der Stromversorgung durch erneuerbare Energien generieren.

Staatssekretär Jens Deutschendorf: „Junge Menschen interessieren sich enorm für Umwelt- und Klimaschutz. Das Planspiel setzt genau hier an und verdeutlicht die komplexen Zusammenhänge zwischen Naturschutz und dem Ausbau nachhaltiger Energiequellen. Die Schülerinnen und Schüler lernen durch aktive Teilnahme.“

Da derartige Infrastrukturprojekte immer mit Eingriffen in die Natur verbunden sind und letztlich von den Stromverbrauchern finanziert werden, sind im Laufe des Planungsprozesses zahlreiche Fragen zu beantworten: Wo verläuft die Stromtrasse? Sind Naturschutzgebiete vom Ausbau betroffen? Sollen die Leitungen ober- oder unterirdisch verlaufen? Müssen Grundstückseigentümer entschädigt werden? Die Schülerinnen und Schüler stellen sich die Fragen mit dem Ziel, die bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden. Gleichzeitig lernen sie in den naturwissenschaftlichen Fächern die v. a. physikalischen Zusammenhänge bzw. im Fach Sozialkunde die gesellschaftspolitische Dimension kennen. Das fiktive Projekt orientiert sich an SuedLink, geht aber von einem anderen Verlauf der Stromleitungen durch Hessen aus.

Jan Roessel, Deutsche Gesellschaft e.V.: „Wir möchten mit dem Planspiel zweierlei zeigen: Erstens, dass eine erfolgreiche Energiewende nicht ohne den Ausbau der Stromnetze zu haben ist. Und zweitens – gerade vor dem Hintergrund einer zunehmend polarisierten öffentlichen Debatte und politischen Kultur – dass Kompromisse dazu gehören. Es macht uns Freude, mit jungen Menschen die Zukunft unserer Energieversorgung zu diskutieren.“

Das Planspiel „Zukunft Netzausbau“ setzt die LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft e. V. bis Ende 2020 an weiterführenden Schulen in Hessen um. Fachlich und finanziell wird das Projekt durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW) unterstützt. Nach einer ersten Runde von 10 Planspielen findet eine feierliche Abschlussveranstaltung am 1. Juli 2020 im Plenarsaal im Hessischen Wirtschaftsministerium mit Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und Expertinnen und Experten aus der Region statt. Eine Erweiterung um weitere 10 Planspiele in diesem Jahr ist vorgesehen.

Die LandesEnergieAgentur Hessen GmbH (LEA) übernimmt im Auftrag der Hessischen Landesregierung zentrale Aufgaben bei der Umsetzung der Energiewende und des Klimaschutzes. Die Angebote der LEA richten sich an hessische Bürgerinnen und Bürger, gesellschaftliche Organisationen, Kommunen und Unternehmen. Die LEA bietet Informationen, Erstberatungen und begleitende Unterstützung bei der Auswahl und Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz, zur Energieeffizienz, zur Energieeinsparung oder zum Ausbau erneuerbarer Energien im eigenen Umfeld.

Die Deutsche Gesellschaft e. V. ist der erste nach dem Fall der Mauer gegründete gesamtdeutsche, überparteiliche Verein. Am 13. Januar 1990 wurde er von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus Ost und West mit dem Ziel gegründet, die Teilung zu überwinden, das Miteinander in Deutschland und Europa zu fördern sowie Vorurteile abzubauen. Diesen Grundsätzen verpflichtet, organisiert die Deutsche Gesellschaft e. V. zahlreiche Veranstaltungen jährlich in den Bereichen Politik und Geschichte, Kultur und Gesellschaft sowie EU und Europa.

Informationen zur Deutschen Gesellschaft e.V. unter: https://www.deutsche-gesellschaft-ev.de/

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Valerie Apell

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