Bus Winzenhöler
© HA Hessen Agentur GmbH / Jan Hosan
Mobilität

Hessische Projektbeispiele zu Wasserstoff und Brennstoffzellen

Mobilität

Ein wichtiger Einsatzbereich für Wasserstoff ist die Mobilität. Wasserstofffahrzeuge sind Elektrofahrzeuge, bei denen die Antriebsenergie nicht aus einer Batterie, sondern aus einer Brennstoffzelle kommt und direkt an Bord des Fahrzeugs erzeugt wird. Ihre Reichweite ist meist größer als die von batterieelektrischen Fahrzeugen. Der Tankvorgang für den Wasserstoff als Kraftstoff dauert nur wenige Minuten, etwa so wie bei konventionellen Fahrzeugen.

Allerdings ist die Brennstoffzellentechnik noch sehr teuer, da nur wenige Pkw-Modelle auf dem Markt sind und die nötige Infrastruktur sich noch im Aufbau befindet. Ende 2020 gab es in Deutschland 90 öffentliche Wasserstoff-Tankstellen, davon neun in Hessen. 

Zum gleichen Zeitpunkt waren deutschlandweit ca. 1.000 Pkw mit Brennstoffzelle zugelassen. Erste Flottenbetreiber verfügen bereits über entsprechende Fahrzeuge in ihren Fuhrparks, aber auch Privatpersonen können diese erwerben. Für die kommenden Jahre ist ein bedarfsorientierter Ausbau der Tankstellen-Infrastruktur angekündigt. Auch haben weitere Hersteller angekündigt, Fahrzeuge mit Wasserstoff-Brennstoffzellen-Antrieb auf den Markt zu bringen bzw. die Produktionskapazität zu erhöhen, was die Kosten weiter senken dürfte.

Um die Potenziale von Brennstoffzellen-Autos sichtbar und erlebbar zu machen und Interessierten die Möglichkeit zu geben, sie zu testen, hat die Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Initiative Hessen e. V. (kurz H2BZ-Initiative Hessen) einen Toyota Mirai angeschafft. Er steht in Frankfurt und kann über ein Carsharing-System gebucht werden.

H2BZ-Initiative Hessen e. V.

Brennstoffzellenbusse in Hessen

An Bedeutung gewinnt die Brennstoffzellentechnik für Busse. Besonders in ländlichen Gebieten, in denen die Busse große Strecken zurücklegen oder auch die Topographie es erfordert, kann sie im Vergleich zu batterieelektrischen Bussen die geeignetere Wahl sein, wenn es um den Umstieg auf klimafreundliche Antriebe geht. Dies wird auch deshalb immer dringlicher, weil etwa die Europäische Union in ihrer Clean Vehicles Directive verbindliche Quoten für emissionsarme Busse vorschreibt, die ab August 2021 für die Vergabe öffentlicher Aufträge gelten.

In Hessen gibt es bereits Betreiber, die Brennstoffzellenbusse einsetzen. Einer der Pioniere ist die Firma Winzenhöler aus Groß-Zimmern mit derzeit acht solcher Fahrzeuge, die für unterschiedliche Einsatzszenarien im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) genutzt werden. In Wiesbaden hat die ESWE Verkehrsgesellschaft zehn Brennstoffzellenbusse angeschafft, die ab Sommer 2021 zum Einsatz kommen sollen. An der Finanzierung der zugehörigen Wasserstoff-Tankstelle hat sich das Land beteiligt. Auch in der Stadt Frankfurt ist der Einstieg in die Technologie geplant, im Herbst 2020 wurde dazu ein Förderbescheid des Landes für 13 Fahrzeuge erteilt. Der Kreis Groß-Gerau plant über seine lokale Nahverkehrsgesellschaft LNVG bis 2030 eine Komplettumstellung auf Brennstoffzellenbusse.

Brennstoffzellenzüge in Hessen

Die RMV-Tochter fahma bestellte 27 Brennstoffzellenzüge im Mai 2019 beim französischen Hersteller Alstom. Ab Dezember 2022 sollen sie die bisherigen mit Diesel betriebenen Züge im Taunusnetz des RMV ersetzen. Das Gesamtauftragsvolumen beziffert sich auf über 500 Millionen Euro. Die Wasserstofftankstelle wird auf dem Gelände des Industriepark Höchst errichtet. Dieser emissionsfreie Bahnverkehr ist ein Beitrag zum Erreichen der Klimaschutzziele Hessens.

Bereits im Jahr 2014 unterzeichnete der RMV einen Letter of Intent, um die Entwicklung von Brennstoffzellenzügen voranzutreiben. Er beauftragte mit Unterstützung des Landes Hessen eine Machbarkeitsstudie zum Thema Wasserstoff-Betankung und ließ vom TÜV die Wirtschaftlichkeit von Wasserstoffzügen gegenüber Dieselzügen über den Lebenszyklus der Fahrzeuge untersuchen. Im Jahr 2017 wurde seitens des RMV-Aufsichtsrats die Ausschreibung von Zügen mit Brennstoffzelle befürwortet, welche nun über die fahma  beschafft werden. Die fahma hat neben der Beschaffung der Züge auch die sichere Versorgung mit Wasserstoff, die Instandhaltung und das Vorhalten von Reservekapazitäten für die kommenden 25 Jahre beauftragt. Die Versorgung mit Wasserstoff bietet Alstom in Kooperation mit der Infraserv GmbH & Co. Höchst KG an. Dabei befindet sich die Tankstelle auf dem Gelände des Industrieparks Frankfurt-Höchst.

Auch für Deutschland ist dies ein Leuchtturmprojekt, welches im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) gefördert wird.

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